Mein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Seoul/Südkorea

Erfahrungsbericht meines Praktikums an der Deutschen Botschaft in Seoul/Südkorea vom 11.02. bis 28.03.2008

Christine Finger 

Der Arbeitsalltag 

Meine Arbeitszeiten waren von Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr und Freitag von 8 bis 15:30 Uhr. Die ersten beiden Wochen arbeitete ich in der Presseabteilung. Meine Aufgabe war es das Botschaftsmagazin zu gestalten. Ich war dafür zuständig, Texte und Bilder für das Magazin zu finden, was sowohl Internetrecherche als auch das Zusammensuchen von verschiedenem Bildmaterial aus unterschiedlichen Bilddatenbanken beinhaltete. In der dritten und vierten Woche war ich für den Bereich Politik/Protokoll eingeteilt. Meine Aufgabe im Politikreferat war die Erstellung eines Presseberichts. Dafür las ich koreanische Tageszeitungen auf Englisch und habe sie in Deutsch zusammengefasst. Darüber hinaus habe ich einige kurze Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt vorgenommen. In der fünften und sechsten Woche arbeitete ich im Referat Rechts- und Konsularwesen. Meine Hauptaufgabe hier war das Ausfüllen von Computerformularen, z. B. Geburtsturkundenanträge, habe Kopien gestempelt und Visa in den Computer eingegeben, bzw. überprüft und ausgetragen. In der siebten Woche sollte ich eigentlich im Wissenschafts- und Wirtschaftsreferat arbeiten, da ich dort aber leider keine Aufgaben zugeteilt bekam, habe ich an einem neuen Botschaftsmagazin gearbeitet und kleinere Aufgaben von verschiedenen Abteilungen übernommen. Zwischenzeitlich habe ich auch direkt für den Botschafter Briefe verfasst und versandfertig gemacht. 

Persönliche Eindrücke 

Insgesamt habe ich sehr viele, sehr interessante Erfahrungen gemacht und habe auch außerhalb des Praktikums an der Botschaft viele Sehenswürdigkeiten angeschaut und Unternehmungen gemacht, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Dies wurde auch dadurch gefördert, dass ich mit einer Koreanerin zusammen in einer Wohnung gelebt habe. Sie hat mir viele hilfreiche Tipps für das alltägliche Leben gegeben. Das hat mir das Einleben und den Aufenthalt in Seoul viel einfacher gemacht, als ich es erwartet hatte. Mir ist es zu Anfang nämlich wirklich schwer gefallen, mich an die andere Lebensweise in Seoul zu gewöhnen. So zum Beispiel das Schlafen auf dem Boden, die Tatsache, dass es in der Wohnung keine Stühle gibt oder die verschiedenen koreanischen Gerichte. 

  

Besonderheiten der Stadt Seoul 

Generell ist Seoul meines Erachtens nach eine sehr lebendige Stadt, die viele verschiedene Facetten von Kultur zu bieten hat. So konnte ich zum Beispiel an einem Empfang der Irischen Botschaft teilnehmen, die den Sankt Patrick’s Day feierte und habe festgestellt, dass jedes hier vertretene Land versucht den Koreanern etwas von seiner Kultur beizubringen. Ich konnte darüber hinaus am Full Moon Festival teilnehmen, dem Fest zum ersten Vollmond im neuen Mondjahr, habe ein koreanisches Theater besucht und mir traditionelle koreanische Tänze angeschaut und Musik gehört. Außerdem habe ich in meiner Freizeit einen „Temple Stay“ gemacht, bin für ein Wochenende nach Busan gefahren und habe vier Tage Urlaub auf Jeju gemacht. All dies hat mir einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten in Südkorea gegeben.

Full Moon Festival

 

Mein Resümee 

Im Rückblick auf mein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Seoul kann ich sagen, dass der Aufenthalt in einem asiatischen Land sehr lohnend ist. Für mich ist es unglaublich wichtig gewesen, immer wieder Fragen stellen zu können, die mir glücklicherweise von meiner Mitbewohnerin und den koreanischen Mitarbeitern der Botschaft meistens beantwortet werden konnten. So konnte ich viele Situationen besser verstehen, wenn ich wusste, wie die Menschen in Seoul darüber denken. Ich habe festgestellt, dass die Koreaner immer versucht haben, mir zu helfen. Leider hat das aber nicht immer reibungslos funktioniert, weil meine Gesprächspartner manchmal meine Fragen nicht verstanden haben. Trotzdem waren sie immer freundlich und haben sich große Mühe gegeben mir doch irgendwie zu helfen. Korea ist also definitiv eine Reise wert!