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Die DKG feiert im LVR-Landesmuseum am Gründungsort Bonn mit Mitgliedern aller Regionalverbände, Kooperationspartnern und zahlreichen Gästen ihren runden Geburtstag mit einem anspruchsvollen und vielseitigen Programm
Das 60-jährige Jubiläum – „Hwangap“ – hat in Korea eine tiefe symbolische Bedeutung. Es markiert den erfolgreichen Abschluss eines Lebenszyklus und gleichzeitig einen kraftvollen Neuanfang, wie Botschafter S.E. Sang-Beom LIM in seinem Grußwort herausstellte.

Mitglieder aus allen Regionalverbänden hatten sich am 20.Juni 2026 bei sommerlichen Temperaturen auf den Weg nach Bonn gemacht, um an dem bedeutenden Großereignis teilzunehmen und die bundesweite Präsenz der DKG-Familie eindrucksvoll sichtbar werden zu lassen. Nur wenige Meter vom LVR-Museum entfernt, im Restaurant „Ruland“ in der Bonner Innenstadt, war am 21. Juni 1966, also genau vor 60 Jahren, die Gründung der DKG vollzogen worden.
Auch Mitglieder zahlreicher befreundeter Vereine waren nach Bonn gekommen. Viele von ihnen hatten sich bereits im Vorfeld bei der Vorbereitung eingebracht und auch Programmbeiträge mitgestaltet. Vertreten waren der Bundesverband der Koreaner in Deutschland e.V., der Verein Koreanischer Krankenschwestern und Krankenpflegerinnen e.V., der Verein der zweiten Generation Hando e.V., der Verein der Adoptierten in Deutschland (KAD), das Netzwerk Junge Generation Deutschland-Korea und das Alumni-Netzwerk von Building Bridges, dem Jugendaustauschprogramm der DKG.
So bildete sich vor rd. 170 Gästen ein vielfältiger generationenübergreifender Rahmen für eine DKG, die sich im festlichen Ambiente auf technisch hohem Niveau des großen Saals im LVR-Museum traditionell wie gleichsam attraktiv und zukunftsorientiert präsentierte.
Die Bereitschaft, Vertrautes zu bewahren und dabei auch neue Wege zu erschließen, wurde bereits durch die unterhaltsame, temperamentvolle und gut abgestimmte zweisprachige Moderation von Reiner Schöler, Vorsitzender des Regionalverband NRW und Amira Seibert, Studentin Management, Economics and Social Sciences an der Universität zu Köln sichtbar.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den DKG-Präsidenten und Botschafter a.D., Rolf Mafael. Neben dem Dank an alle Gäste, Vereine, Sponsoren und Fördermittelgeber hob er hervor, dass die DKG eine lebenslange Plattform für alle an Korea Interessierten in Deutschland bilden möchte. Er zitierte zudem aus dem Grußwort von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, welcher betonte, dass Institutionen wie die DKG wertvolle Räume für direkte Begegnungen schaffen und den in der heutigen Zeit so wichtigen Gemeinschaftssinn stiften.

Der Ministerpräsident des Landes NRW, Hendrik Wüst, der Staatsminister im Auswärtigen Amt Florian Hahn, der Ehrenpräsident der DKG Hartmut Koschyk, Heike Baehrens für das Deutsch-Koreanische Forum und Young-Jin KIM von der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft erinnerten an die strategische Bedeutung beider Länder als Wertepartner in Zeiten globaler Verwerfungen, die Notwendigkeit von Vertrauen, Zusammenhalt und stetiger Zusammenarbeit und die besondere Leistung der DKG, sich seit 60 Jahren für die Deutsch-Koreanischen Beziehungen zu engagieren und diese nachhaltig mitzugestalten. So seien immer wieder Orte und Begegnungen entstanden, bei denen Menschen sich einbringen, sich als Teil einer tragfähigen Gemeinschaft fühlen und Brücken über geografische, politische wie gesellschaftliche Grenzen hinweg bauen.


Der aus Berlin angereiste scheidende Botschafter der Republik Korea in Deutschland, S.E. Sang-Beom LIM, drückte in seiner Festrede tiefe Dankbarkeit aus: Seit der DKG-Gründung 1966 – als Koreas Pro-Kopf-BIP bei nur 130 Dollar lag und das Anwerbeabkommen beiden Ländern über Jahre der Entbehrung hinweghelfen und den Grundstein für Wohlstand in beiden Ländern schaffen sollte – bis zum heutigen globalen Erfolg von K-Pop und K-Drama sei die DKG Korea und seinen Menschen stets freundschaftlich verbunden und ein verlässlicher Partner gewesen.


Im weiteren Programm stand zunächst die junge Generation im Fokus. Vorgestellt wurden das erfolgreiche Schüleraustauschprogramm „Building Bridges“ sowie das neue Generationenprojekt „Dokhan Seniorenbrücke“, das die soziale Teilhabe der ersten Generation der eingewanderten Koreanerinnen und Koreaner stärkt und jüngeren interessierten Menschen authentische Einblicke in die Kultur ermöglichen soll.


Das Podiumsgespräch „Zwischen zwei Welten – Unser Leben in Deutschland“ eröffneten der Botschaftsleiter der Außenstelle Bonn, Chul-Hwan BYUN und der Präsident des Dachverbands der Koreaner in Deutschland, Sung-Kyu CHUNG.


Moderiert von Nina Lindenthal (Hando e.V.) und Frank Hollmann (DKG Bayern) diskutierten Vertreter der ersten, zweiten und dritten Generation über eigene Erfahrungen bei der Identitätsfindung in Deutschland, über Sprache als Kulturbrücke und über die manchmal als schwierig empfundene Integration im täglichen Alltag.
Demgegenüber kann ein Leben in zwei Kulturkreisen bereichernd sein, wenn es nicht als Leben „dazwischen“, als auf zwei Hälften reduziert, empfunden wird, so die Meinung der Teilnehmenden. Integration sei dann bestmöglich gelungen, wenn man nicht mehr darüber nachdenken muss, aber die eigenen positiven Erfahrungen weitergeben kann.

Aus dem tief empfundenen Dank für die Lebensleistung der Elterngeneration sei die Zeit für die jüngere Generation gekommen, weitere Verantwortung zu übernehmen, um die Lebensgeschichten der ersten Generation zu bewahren und Räume für einen vertieften generationsübergreifenden Austausch zu schaffen. Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig, allerdings müssen neben stetigem ehrenamtlichem Engagement eine politisch wie finanziell verlässliche Förderung den passenden Rahmen bilden.


Abgerundet wurde die Veranstaltung durch hochkarätige Kulturbeiträge: Das Koreanische Regenbogenensemble Bonn, welches zu einem überwiegenden Teil aus langjährigen DKG-Mitgliedern besteht, die Gruppe MUAK Berlin, die koreanische Tanz- und Musiktraditionen als „lebendes Kulturerbe“ auch außerhalb Koreas weiterträgt, TownK Dancestudio NRW mit einer mitreißenden K-Pop-Performance sowie die Jungen Talente der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit dem String Trio Op.9 von Ludwig van Beethoven begeisterten die Zuschauer und sorgten für anhaltenden Applaus. Zum Abschluss des offiziellen Teils wurde unter Leitung von Regenbogen-Chorleiterin Yun-Jung Lee das weltbekannte Lied „Arirang“ gesungen, welches in Korea und an dem Nachmittag auch deutlich spürbar in Bonn für Abschied, Hoffnung wie tiefe Verbundenheit steht.


Schon während der Pause, aber auch beim abschließenden Sektempfang im Foyer nutzten die Gäste intensiv die Gelegenheit zum Austausch mit den Vertretern der Regionalverbände. Mit vielen neuen Eindrücken und Begegnungen, der frisch gedruckten DKG-Festschrift „Geschichten aus 60 Jahren“ und einer Präsenttüte mit koreanischen Snacks im Gepäck ließen die Gäste den Abend voller Inspiration und Tatkraft für die nächsten Jahrzehnte deutsch-koreanischer Freundschaft ausklingen.
Text:
Borami Ahrens, RV Hessen/Rheinland-Pfalz
Wolfram van Stephold, RV NRW
Fotos:
Dengue Choi
Volker Dapper
Links
https://kyoposhinmun.de/koreaner/2026/06/29/26178/
https://www.uri-news.de/2026/06/26/60jahre-deutsch-koreanische-gesellschaft-e-v/
1. Quartalsmail 2020 des Präsidenten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft...DE: Um Google Translate zu nutzen, aktivieren Sie bitte die Datenübertragung.
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