60 Jahre DKG – Grußworte

Grußworte auf der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft am 20. Juni 2026

Grußwort Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Es ist mir eine besondere Freude, der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft zu ihrem 60. Jubiläum zu gratulieren.

Südkorea ist für Deutschland ein langjähriger und verlässlicher Freund und ein Partner, mit dem wir viele Werte teilen. Unsere Länder sind auf vielfache Weise aufs Engste miteinander verbunden. Unsere gemeinsame Erfahrung der Teilung unserer Länder, aber auch unser rasanter wirtschaftlicher Aufstieg nach den verheerenden Kriegen prägen unsere Beziehungen. Heute mehr denn je sind wir geeint in unserem Bemühen um die Verteidigung und Stärkung der multilateralen Ordnung und eines fairen und regelbasierten Welthandels.

Die deutsch-koreanischen Beziehungen sind aber weit mehr als diplomatische oder politische Kontakte. Sie sind geprägt von einem lebendigen, stetig wachsenden kulturellen Austausch und von den Menschen, die in beiden Kulturen Wurzeln geschlagen haben. Dabei denke ich auch an die koreanischen Arbeitskräfte – vor allem Krankenschwestern und Bergarbeiter – die ab den 1960er Jahren im Rahmen des Anwerbeabkommens in die Bundesrepublik kamen und zum wachsenden Wohlstand der Bundesrepublik beigetragen haben. Sie sind heute ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, und viele von ihnen sind in der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft aktiv.

Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern gehen aber auch mit der Zeit: Die koreanische Welle »Hallyu« hat mittlerweile auch Deutschland voll erfasst und begeistert. Von K-Pop über K-Food bis K-Drama – koreanische Kultur, die die Dynamik und Kreativität Koreas widerspiegelt, erobert die Herzen der Menschen. Besonders wichtig ist daher der Austausch zwischen unseren jungen Menschen, wie ihn auch die Deutsch-Koreanische Gesellschaft seit Langem fördert. Sie hat damit in den letzten 60 Jahren den Dialog zwischen unseren Ländern gestärkt und zu einem besseren Verständnis zwischen unseren Gesellschaften beigetragen.

Die technische Entwicklung ermöglicht uns einen viel unmittelbareren Kontakt zu Menschen und Kulturen, die geographisch weit entfernt sind, als das früher der Fall war. Aber eine Institution wie die Deutsch-Koreanische Gesellschaft bietet so wertvolle Möglichkeiten für direkte Begegnungen und persönliche Gespräche und stiftet damit auch Gemeinschaftssinn – gerade diesen brauchen wir in der heutigen Zeit mehr denn je.

Ich wünsche der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft auch weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen! Ich bin sicher, Ihre Arbeit wird die Verbindungen zwischen Deutschland und Korea weiter stärken und die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern vertiefen.

Bildnachweis: Bundesregierung/Steffen Kugler

Grußwort Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Grußwort Florian Hahn, MdB Staatsminister im Auswärtigen Amt
Grußwort Young-Jin Kim, Präsident der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft Korea

Guten Tag.

Es freut mich sehr, Sie heute hier begrüßen zu dürfen. Ich bin Im Sang-beom, Botschafter der Republik Korea in der Bundesrepublik Deutschland.

Ich schätze mich glücklich, dass wir heute – nach der feierlichen Veranstaltung im vergangenen Mai in Berlin – hier in Bonn das 60-jährige Bestehen der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft feiern können. Mein ganz herzlicher Dank gilt dem Vorsitzenden, Herrn Rolf Mafael, dem Ehrenvorsitzenden, Herrn Hartmut Koschyk, der Generalsekretärin, Frau Barbara Sternagel, sowie allen Mitgliedern der Regionalverbände, die aus den verschiedenen Teilen des Landes heute zu uns gekommen sind.

Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft ist nicht nur ein lebendiges Symbol für die langjährige Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern, sondern auch eine treibende Kraft, die maßgeblich zur Entwicklung der praktischen Zusammenarbeit beigetragen hat.

Vor 60 Jahren, im Jahr 1966, kamen die ersten koreanischen Pflegekräfte nach Deutschland. Damals wusste hierzulande kaum jemand etwas über das von Armut geprägte Agrarland Korea, dessen Pro-Kopf-BIP damals bei gerade einmal 130 US-Dollar lag. In dieser schwierigen Anfangszeit übernahm die Deutsch-Koreanische Gesellschaft aus aufrichtiger Zuneigung zu unserem Land die Rolle einer institutionellen Brücke. Sie wurde zu unserem verlässlichen Partner in Politik, Wirtschaft, Bildung sowie Kultur und legte damit einen unschätzbaren Grundstein für die Bürgerdiplomatie.

In einer Zeit, in der K-Pop und K-Dramen weltweite Beliebtheit genießen, entstehen überall auf der Welt Korea-Vereine und Freundschaftsgesellschaften. Doch kaum eine andere Organisation kann auf eine so stolze, 60-jährige Geschichte zurückblicken wie die Deutsch-Koreanische Gesellschaft. Mittlerweile ist Korea mit einem Pro-Kopf-BIP von über 36.000 US-Dollar zu einer der zehn größten Wirtschaftsmächte der Welt aufgestiegen und hat sich als global anerkannte Soft-Power-Nation etabliert. Dass die koreanisch-stämmige Künstlerin EJAE bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft auftritt und BTS im Finale steht, ist ein eindrucksvoller Beleg für diesen kulturellen Stellenwert.

Auf diesem Weg des Wachstums war Deutschland stets unser zentraler Partner. Und die Deutsch-Koreanische Gesellschaft stand uns während all dieser tiefgreifenden Veränderungen als treuer Freund fest zur Seite.

Das Jahr 2026 ist zugleich ein besonderes Jahr für unsere koreanische Partnerorganisation, die Koreanisch-Deutsche Gesellschaft, die dieses Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass veranstaltet sie derzeit eine Online-Fotoausstellung. Die historischen, leicht verblassten Aufnahmen lassen die tiefen Erinnerungen an die Freundschaft zwischen unseren Ländern wieder lebendig werden. Ein Bild ist mir dabei besonders ins Auge gefallen: Es zeigt Dr. Li Mirok beim Essen von Knödeln. Beim Betrachten dieses Fotos wird einem erneut bewusst, wie eng Gegenwart und Vergangenheit im Lichte unserer gemeinsamen historischen Erinnerung miteinander verwoben sind.

Sie alle, die heute hier versammelt sind, führen nicht nur die Tradition dieser langjährigen Beziehungen fort. Sie erfüllen auch eine wichtige Brückenfunktion, indem Sie das Fundament für eine Freundschaft festigen, die von künftigen Generationen weitergetragen wird.

Wie Sie wissen, besitzt das 60-jährige Jubiläum – die „Hwangap“ – in Korea eine tiefe symbolische Bedeutung. Es markiert den erfolgreichen Abschluss eines Lebenszyklus und gleichzeitig einen kraftvollen Neuanfang. Ich bitte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft, sich auch weiterhin mit ihrer bewährten Zuneigung und ihrem tiefen Interesse für die koreanisch-deutschen Beziehungen einzusetzen.

Ich wünsche der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft von Herzen weiterhin viel Erfolg und eine blühende Zukunft.

Vielen Dank.

Sehr geehrte Mitglieder der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, liebe Panelteilnehmer,

und verehrte Gäste, die heute hier anwesend sind,

ich begrüße Sie herzlich. Ich bin Chul-hwan Byun, der Leiter der Botschaft der Republik Korea, Außenstelle Bonn.

Zunächst möchte ich der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. zu ihrem 60-jährigen Bestehen gratulieren.

Die 1966 hier in Bonn gegründete Deutsch-Koreanische Gesellschaft hat in den letzten 60 Jahren eine bedeutende Rolle als Brücke zwischen Korea und Deutschland gespielt. Ich danke den Mitgliedern der Gesellschaft herzlich für ihr Engagement zur Förderung des Verständnisses und der Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern.

Heute sind wir hier versammelt, um zum bedeutenden Thema „Zwischen zwei Welten – unser Leben in Deutschland“ zu sprechen. Wir möchten die Erfahrungen und Geschichten der ersten, zweiten und dritten Generation der koreanischen Gemeinschaft in Deutschland miteinander teilen.

Ich glaube, dass dies eine sehr bedeutsame Gelegenheit ist, um auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft unserer Gemeinschaft zurückzublicken.

Das heutige Bild der koreanischen Gemeinschaft in Deutschland ist nicht über Nacht entstanden.

Die Bergleute und Pflegekräfte, die in den 1960er und 1970er Jahren nach Deutschland kamen, gewannen das Vertrauen der deutschen Gesellschaft durch ihre Fleiß und Verantwortung, trotz der sprachlichen und kulturellen Hindernisse und schwierigen Arbeitsbedingungen.

Ihr Engagement war nicht nur eine Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung Südkoreas, sondern spielte auch eine große Rolle bei der Schaffung eines positiven Images der Koreaner in der deutschen Gesellschaft.

Die zweite Generation, die Kinder der ersten Generation, hat sich in verschiedenen Bereichen der deutschen Gesellschaft als kompetente und engagierte Bürger entwickelt.

Heute lebt die dritte Generation in einer multikulturellen Umgebung und übernimmt eine neue Rolle, indem sie Korea und Deutschland, zwei Kulturen, miteinander verbindet.

Obwohl die Lebensumstände jeder Generation unterschiedlich waren, haben sie alle auf ihre eigene Weise über ihre Identität nachgedacht und ihren Platz in der deutschen Gesellschaft gefunden.

Es kann manchmal eine Herausforderung sein, die Wurzeln der Koreaner zu bewahren und gleichzeitig Teil der deutschen Gesellschaft zu sein. Dennoch macht genau diese Erfahrung die koreanische Gemeinschaft in Deutschland besonders und zu einem wertvollen Bindeglied zwischen Korea und Deutschland.

Die Regierung der Republik Korea betrachtet die im Ausland lebenden Koreaner als wertvolle Mitbürger, die Korea mit der Welt verbinden. Besonders wichtig ist es, dass die Auslands-Koreaner ihre koreanische Identität bewahren und gleichzeitig als vertrauenswürdige Mitglieder der Gesellschaft im Gastland wachsen und zur Entwicklung der Gemeinschaft beitragen können.

Ich bin mir sicher, dass die koreanische Gemeinschaft in Deutschland in dieser Hinsicht ein sehr vorbildliches Beispiel ist.

Heute ist die koreanische Gemeinschaft in Deutschland viel vielfältiger als früher. Neben den Generationen der Bergleute und Pflegekräfte sind nun auch Unternehmer, Forscher, Wissenschaftler, Studierende und Fachkräfte Teil dieser Gemeinschaft. Diese Vielfalt ist die größte Stärke der koreanischen Gemeinschaft in Deutschland und ein wertvolles Kapital, das das Potenzial für zukünftige Entwicklungen zeigt.

Was Sie heute mit uns teilen werden, sind nicht nur persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Es sind wertvolle Zeugnisse, die die Geschichte der koreanischen Gemeinschaft in Deutschland lebendig machen – ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft.

Ich hoffe, dass die Herausforderungen und das Engagement der ersten Generation, das Wachstum und die Erfahrungen der zweiten Generation sowie die neuen Perspektiven der dritten Generation dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die Generationen miteinander zu verbinden. Vor allem wünsche ich mir, dass unser heutiges Zusammensein Raum für Austausch und gegenseitiges Verständnis schafft, den Dialog zwischen den Generationen stärkt und ein wichtiger Ausgangspunkt dafür wird, gemeinsam über die Zukunft der koreanischen Gemeinschaft in Deutschland nachzudenken und sie aktiv mitzugestalten.

Vielen Dank.

Guten Tag! Es freut mich, Sie zu sehen.

Ich bin Jeong Seong-gyu, Vorsitzender des Dachverbands der Koreaner in Deutschland.

Ich gratuliere der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft von ganzem Herzen zu ihrem 60-jährigen Jubiläum.

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Rainer Schöler, dem Vorsitzenden, sowie allen Vorstandsmitgliedern und Beteiligten, die diese Jubiläumsfeier vorbereitet haben.

Es freut mich, Herrn Byeon Cheol-hwan, den Generalkonsul der koreanischen Vertretung in Frankfurt, heute hier begrüßen zu dürfen.

Ich schätze und liebe Sie alle, die Sie Korea lieben, die koreanische Kultur schätzen und verbreiten.

Der Deutsch-Koreanische Verein ist eine wertvolle Organisation, die Korea und Deutschland miteinander verbindet, vorstellt und zur Zusammenarbeit anregt.

In den vergangenen 60 Jahren hat der Deutsch-Koreanische Verein viel geleistet.

Die Korea-Deutschland-Gesellschaft steht auch in engem Austausch mit dem Dachverband der in Deutschland lebenden Koreaner.

Ich habe aufrichtiges Respekt vor Ihnen allen, die Sie Korea auf vielfältige Weise lieben, die koreanische Kultur schätzen, Familien gegründet und

Kinder geboren haben und so über zwei oder drei Generationen hinweg eine Verbindung zu Korea aufgebaut haben.

Abschließend wünsche ich Ihnen allen Freude und Glück für Ihre Familien.

Vielen Dank.

Weitere Grußworte aus der Festschrift

Als Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages gratuliere ich der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft herzlich zu ihrem 60-jährigen Bestehen.

Seit ihrer Gründung hat die Deutsch-Koreanische Gesellschaft kontinuierlich dazu beigetragen, Brücken zwischen unseren Ländern zu bauen – zwischen Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, vor allem aber zwischen den Menschen. Sechs Jahrzehnte Engagement für den Austausch zwischen Deutschland und der Republik Korea sind ein beeindruckendes Zeugnis gelebter Partnerschaft.

Die deutsch-koreanischen Beziehungen sind historisch gewachsen und seit jeher von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt. Die ersten Handelsbeziehungen reichen bis in die 1880er Jahre zurück. Nach Ende des Koreakrieges wurde Südkorea in den 1960er Jahren für die Bundesrepublik zu einem der wichtigsten Länder für die Anwerbung von Fachkräften. Koreanische Bergleute und Krankenschwestern trugen zum wirtschaftlichen Aufbau bei und schufen bleibende menschliche Verbindungen. Zu dieser Zeit konstituierte sich auch unsere Parlamentariergruppe im Bundestag, die seitdem den politischen Austausch fördert.

Dass diese Beziehungen bis heute lebendig sind, zeigt sich auch in meinem Wahlkreis Hamburg-Wandsbek: Ich freue mich sehr, dort schon seit vielen Jahren Austauschschüler*innen aus Südkorea begrüßen zu dürfen.

Deutschland und die Republik Korea sind heute enge Partner in zentralen Zukunftsfragen. Neben den starken Handelsbeziehungen arbeiten unsere Länder eng bei internationaler Sicherheit, Zukunftstechnologien, Wissenschaft, Kultur und Klimaschutz zusammen. Gerade in einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen, vor allem auch im Indopazifik, gewinnt diese Partnerschaft weiter an Bedeutung. Sie steht für gemeinsame Werte: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Überzeugung, dass internationale Kooperation der Schlüssel zur Bewältigung globaler Herausforderungen ist.

Der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft kommt für die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Beziehungen eine unverzichtbare Rolle zu. Sie schafft Räume für Dialog, auch jenseits offizieller Kanäle, und fördert das gegenseitige Verständnis. In meiner Heimatstadt ist die selbständige Deutsch-Koreanische Gesellschaft Hamburg schon seit den 1980er Jahren aktiv und engagiert sich dort für die Vertiefung der Beziehungen unserer Hafenstadt Hamburg mit Busan, organisiert Studienreisen, Tandem Cafés und sogar K-Pop-Tanzworkshops.

Für ihr langjähriges und unermüdliches Wirken spreche ich der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft meinen aufrichtigen Dank und meine hohe Anerkennung aus. Ich wünsche ihr auch für die Zukunft viel Erfolg und die Kraft, weiterhin inspirierende Begegnungen zu ermöglichen und die deutsch-koreanischen Beziehungen mit neuen Impulsen zu bereichern.

Herzlichen Glückwunsch zum 60-jährigen Jubiläum!

Bildnachweis: Susie Knoll

Sechzig Jahre Engagement, Austausch und gelebte Partnerschaft zwischen Deutschland und Korea sind alles andere als selbstverständlich. Sie sind das Ergebnis von Beharrlichkeit, von Neugier aufeinander und von dem festen Willen, Brücken zu bauen – über geografische, kulturelle und manchmal auch politische Distanzen hinweg.

Als Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Forums habe ich in den vergangenen drei Jahren sehr intensiv erleben dürfen, wie wertvoll und bereichernd die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft ist. Sie ist nicht nur älter als unser Forum – sie ist auch in vielerlei Hinsicht ein Fundament, auf dem wir aufbauen konnten. Dafür empfinde ich große Dankbarkeit.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Korea haben sich in den letzten Jahren beeindruckend entwickelt. Sie sind heute enger, vielfältiger und strategisch bedeutsamer denn je. Und doch wissen wir alle: Das, was wir erreicht haben, ist nicht das Ende, sondern vielmehr ein Ausgangspunkt. Viele Potenziale sind noch nicht ausgeschöpft – in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und insbesondere im Bereich der technologischen und digitalen Transformation.

Gerade in einer Zeit, die von globalen Unsicherheiten geprägt ist, gewinnt verlässliche internationale Zusammenarbeit eine neue Qualität. Die großen Herausforderungen unserer Zeit – vom Klimawandel über Fragen der Sicherheit bis hin zu den tiefgreifenden Umbrüchen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz – lassen sich nicht im Alleingang bewältigen. Sie erfordern Partner, die einander vertrauen, die ähnliche Werte teilen und die bereit sind, voneinander zu lernen.

Deutschland und Südkorea bringen hierfür hervorragende Voraussetzungen mit. Beide Länder stehen für Innovationskraft, für wirtschaftliche Stärke und für eine klare Verankerung in einer regelbasierten internationalen Ordnung. Gerade deshalb ist unsere Zusammenarbeit nicht nur sinnvoll, sondern notwendig – und sie verdient es, weiter vertieft zu werden.

Organisationen wie die Deutsch-Koreanische Gesellschaft spielen dabei eine unverzichtbare Rolle. Sie schaffen Räume für Begegnung, fördern Dialog und halten den Austausch lebendig – oft jenseits der großen politischen Bühne, aber mit nachhaltiger Wirkung. Ihr Engagement trägt dazu bei, dass aus diplomatischen Beziehungen echte Partnerschaften werden.

Lassen Sie uns dieses Jubiläum nicht nur als Anlass zum Rückblick nutzen, sondern auch als Einladung, gemeinsam nach vorne zu schauen. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein – und sie bieten uns die Chance, die deutsch-koreanische Zusammenarbeit noch enger, noch innovativer und noch zukunftsgerichteter zu gestalten. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen.

Herzlichen Glückwunsch zu 60 Jahren Deutsch-Koreanische Gesellschaft!

Bildnachweis: privat

Hartmut Koschyk Ehrenpräsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, Ehrenvorsitzender des Deutsch-Koreanischen Forums, Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages von 1998 bis 2017, Träger des Mirok Li Preises 2023

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Korea begannen offiziell 1883, erlebten zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Korea 1955 einen Neustart, wobei bereits seit 1949 die DDR zu Nordkorea diplomatische Beziehungen entwickelte.

So unverzichtbar und bedeutend die diplomatisch-politischen Beziehungen zwischen Staaten sind, so unverzichtbar sind aber auch die menschlich-persönlichen Beziehungen.

Dass heute das geeinte Deutschland mit dem demokratischen Südkorea so eng und partnerschaftlich verbunden ist, ist auch den menschlichen Brücken zu verdanken, welche die Deutsch-Koreanische Gesellschaft seit ihrer Gründung 1966 gebaut hat und bis heute baut. Sie tut dies in enger Freundschaft mit der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft in der Republik Korea, sichtbares Zeichen hierfür ist die abwechselnde Verleihung des Mirok-Li Preises in beiden Ländern (siehe Bild 1).

Daher war es naheliegend, dass ich nach der Wahl zum Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages 1998 alsbald auch Verantwortung für die Deutsch-Koreanische Gesellschaft übernahm, motiviert durch meinen Freund und Bundestagskollegen Dr. Peter Ramsauer, mit dem ich 1999 erstmals Südkorea bereiste. Er war auch langjährig für die deutsch-koreanischen Beziehungen engagiert und hat auch mich für Korea begeistert.

Durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu Nordkorea 2001, auf Bitten des damaligen Präsidenten Südkoreas und Friedensnobelpreisträgers Kim Dae-Jung zur Unterstützung dessen »Sonnenschein«-Politik, einer Annäherung gegenüber Nordkorea, kam auch für die Deutsch-Koreanische Gesellschaft ganz Korea ins Blickfeld. Doris Hertrampf und Dr. Uwe Schmelter haben sich hierfür nachhaltig engagiert.

Von Beginn an meines Engagements in der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft war mir der Austausch junger Menschen beider Länder ein wichtiges Anliegen. Hierfür steht »Building Bridges«, ein Schüleraustausch-Projekt der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, das in meiner Amtszeit begründet wurde und das meine Nachfolger im Präsidentenamt vorbildlich weitergeführt haben.

Als für die Durchführung des 2002 gegründeten Deutsch-Koreanischen Forums später ein Trägerverein ins Leben gerufen wurde, war es mir als dessen Vorsitzender sehr wichtig, eine enge Verzahnung der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, des Deutsch-Koreanischen Forums und der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages zu gewährleisten. Mein Leitgedanke dabei war, dass alle deutsch-koreanischen Einrichtungen an einem Strang ziehen müssen, um gemeinsam Gutes für unsere bilateralen Beziehungen zu erreichen. Das galt auch für das von mir begründete »Netzwerk Junge Generation Deutschland – Korea« unter dem Dach des Deutsch-Koreanischen Forums, in dem auch junge Mitglieder der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft vertreten sind.

Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich die Deutsch-Koreanische Gesellschaft im 60. Jahr ihres Bestehens in bester Verfassung befindet und danke meinen Nachfolgern im Präsidentenamt Anton Geier, Lothar Weise, Dr. Uwe Schmelter und Rolf Mafael, dass sie die Deutsch-Koreanische Gesellschaft mit dem jeweiligen Vorstand wunderbar weiterentwickelt haben. Auch das vorbildliche Engagement der Regionalverbände verdient Dank und Anerkennung. Unsere Generalsekretärin Barbara Sternagel ist ein Glücksfall für unsere Gesellschaft.

Ich bin überzeugt: die Deutsch-Koreanische Gesellschaft wird auch in Zukunft gebraucht, um die menschlichen Brücken nach Korea in Stand zu halten und neue Brücken zu bauen. Dank ist immer die stärkste Form der Bitte: daher bitte ich die Mitglieder der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft auch weiterhin engagiert an dem großartigen Brückenbauwerk der Beziehungen zwischen Deutschland und Korea mitzubauen.

Bildnachweis: Hartmut Koschyk mit Laudator Bundespräsident a. D. Joachim Gauck – privat

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