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Seoul, 01.04.2026. Mit DER SPRUNG – JUMP! wird in der KF XR Gallery erstmals ein von der DKG initiiertes Gemeinschaftsprojekt in Korea gezeigt. Im Rahmen der Ausstellung Facing Faces trifft die Arbeit hier auf ein Publikum, für das Fragen von Teilung, Freiheit und Grenze bis heute unmittelbare Gegenwart sind. Gerade in Seoul entfaltet diese Installation deshalb eine besondere Intensität.
Auch die anderen Beiträge der acht ausgewählten Projekte, kuratiert von Dr. Shinyoung Park (KF XR Gallery), sind sehenswert. Die Ausstellung Facing Faces ist bis zum 31. Juli 2026 in der KF XR Gallery im Mirae Asset Building bei Euljiro-1ga zu sehen (Mo–Sa, 10–19 Uhr). Ein Ausstellungskatalog ist verfügbar, der Eintritt ist frei.
Zum Projekt und seinen Förderern : Zum ersten Mal in Korea mit koreanischer Synchronisation präsentiert, ist DER SPRUNG – JUMP! eine VR-Installation, die von einem außergewöhnlichen Bild inspiriert ist. Am 15. August 1961, während des Baus der Berliner Mauer, sprang der ostdeutsche Grenzsoldat Conrad Schumann über den Stacheldraht nach West-Berlin. Der Fotograf Peter Leibing hielt diesen Moment fest und schuf ein Foto, das bald zu einem weltweit anerkannten Symbol für die Überwindung von Grenzen und für Freiheit wurde. Das Foto wurde später vom Time Magazine als eines der „100 einflussreichsten Bilder aller Zeiten“ ausgewählt und ist heute im UNESCO-Weltdokumentenerbe (Memory of the World Register) verzeichnet.
Das Werk versetzt die Besucher vom wiedervereinigten Berlin zurück in diesen entscheidenden Moment im Jahr 1961. Durch immersive VR-Technologie entfaltet sich das Ereignis aus drei Perspektiven: Schumann, wie er seinen Sprung in die Freiheit wagt, der Fotograf Peter Leibing, der den Augenblick festhält, und Manfred Klum, der West-Berliner Polizist, der Zeuge der Szene ist. Beim Wechsel zwischen diesen Blickwinkeln werden die Betrachter mitten ins Geschehen versetzt und mit einem zutiefst menschlichen Moment der Entscheidung und des Mutes konfrontiert. Gerade darin liegt die Kraft der Arbeit: Sie macht erfahrbar, dass ein einzelner Mensch in einem entscheidenden Augenblick die Möglichkeit hat, zu wählen, zu handeln und seinem Leben eine andere Richtung zu geben. Conrad Schumanns Sprung steht damit für einen Akt von Selbstwirksamkeit – für die Entscheidung, sich nicht einsperren zu lassen, sondern den Schritt in ein anderes System und in eine andere Zukunft zu wagen.
Gleichzeitig öffnet die Arbeit einen vielschichtigen Blick auf Wahrheit und Wahrnehmung. Dieselbe Situation erscheint hier aus drei verschiedenen Perspektiven. Dadurch wird sichtbar, dass ein einzelner Moment ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen kann, je nachdem, wer ihn erlebt, beobachtet oder festhält. Gerade in einer Zeit, in der Debatten oft verhärten und in einfachen Gegensätzen geführt werden, liegt darin eine besondere Aktualität. Genaueres zu der Installation finden Sie unter : https://www.liquid-blues-production.com/films/the-leap-1961
Einen besonderen Bezug erhält das Projekt durch die direkte Nähe des Stücks Berliner Mauer, welche im Jahr 2005 zur Erinnerung an die gemeinsame Teilungsgeschichte von der Stiftung Berliner Mauer an die Stadt Seoul übergeben wurde und am Berlin Plaza an der Ecke Cheonggyecheon-ro und Samil-daero aufgestellt ist. Die Arbeit verbindet sich in Seoul dadurch auf besondere Weise mit dem Ort selbst und mit koreanischen Erfahrungen von Grenze, Trennung und politischer Spannung.

Teilnehmer der Ausstellungseröffnung am 01.04.2026 in der KF XR Gallery Foto: Wolfram van Stephold
Im Vorfeld waren intensive Vorbereitungen notwendig, um eine Teilnahme an der Ausstellungsreihe „Facing Faces“ der Korea Foundation zu ermöglichen. Letztlich konnte das Vorhaben gelingen, weil die beteiligten Partner unter Federführung der DKG und der Liquid Blues Production sowie mit großzügiger Unterstützung von Frau Friede Springer, der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft, Prof. Hyo-Joon Kim und der Deutschen Botschaft in Seoul jeweils ihren Beitrag leisteten und so das Projekt gemeinsam ermöglichten, wie auch Ambassador Georg Schmidt in seiner Eröffnungsrede hervorhob. Die Beteiligung der Botschaft gab dem Projekt darüber hinaus zusätzlichen öffentlichen und politischen Nachdruck und unterstrich, welche Bedeutung dieser deutsch-koreanische Austausch in Seoul entfalten konnte.
Insgesamt ist das Projekt ein hervorragendes Beispiel der Kooperation mit unserer Schwestergesellschaft KDG und ein gemeinsames Projekt zum 60jährigen Jubiläum der DKG und dem 70jährigen Jubiläum der KDG. Es soll die Wahrnehmung beider Gesellschaften erhöhen und dient dem gemeinsamen Ziel der Pflege der deutsch-koreanischen Beziehung und Freundschaft. Dass DER SPRUNG – JUMP! nun in koreanischer Sprache in Seoul erlebt werden kann, macht diese Zusammenarbeit auf besondere Weise sichtbar: Die Arbeit öffnet einen Raum, in dem deutsche und koreanische Erfahrungen von Teilung, Entscheidung, Freiheit und Erinnerung einander begegnen und in einen lebendigen Dialog treten.

v.l.n.r. Prof.Dr.Hyo-Joon Kim (KDG), Georg Schmidt (Deutscher Botschafter in Seoul), Dr.Boris Hars-Tschachotin, Martin Kasperek (Deutsche Botschaft Seoul), Wolfram van Stephold (DKG) Photo courtesy: Korea Foundation (KF)
Zu den weitere Perspektiven: Der Besuch der demilitarisierten Zone und des dortigen Museums macht die Realität einer bis heute bestehenden Teilung physisch erfahrbar. Die Weite der kontrollierten Landschaft, die Präsenz der Sperranlagen und der Blick in Richtung Norden erzeugen eine beklemmende, beinahe körperlich spürbare Spannung. In Gesprächen vor Ort zeigte sich seitens des Museums ein deutliches Interesse an einer möglichen Präsentation von DER SPRUNG – JUMP!, deren Realisierbarkeit derzeit geprüft wird. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Young-Soo Kim, Project Manager der Hanns-Seidel-Stiftung, dessen großzügige Unterstützung, sorgfältige Organisation und persönliche Begleitung diesen Besuch in dieser Form überhaupt erst ermöglicht haben.

Georg Schmidt, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Korea, bei der Betrachtung Photo courtesy: Korea Foundation (KF)
Auch in Gwangju eröffnen sich neue Perspektiven für die Arbeit. In Gesprächen mit Kuratorinnen sowie der Leitung des 5·18-Demokratie-Archivs wurde deutlich, dass die Installation nicht nur als Erzählung individueller Flucht gelesen wird, sondern auch als Reflexionsraum für kollektive Erfahrungen von Widerstand, staatlicher Gewalt und demokratischem Aufbruch. Vor dem Hintergrund des Massakers von 1980 und des bis heute prägenden gesellschaftlichen Zusammenhalts gewinnt die Arbeit hier eine zusätzliche historische und emotionale Tiefe. Es bestehen konkrete Überlegungen, die VR-Installation im 5·18-Demokratie-Archivs präsentieren. Besonderer Dank gilt Frau Yujin Jung von Korea-Consult, die die Kontakte initiiert und durch ihre umsichtige Übersetzung die Gespräche ermöglicht hat.
Auch aus Busan liegen erste ernsthafte Anfragen vor, die das landesweite Interesse an einer Weiterführung des Projekts unterstreichen.
Text: Dr. Boris Hars-Tschachotin, Wolfram van Stephold
Teilnehmer der Ausstellungseröffnung am 01.04.2026 in der KF XR Gallery Foto: Wolfram van Stephold
1. Quartalsmail 2020 des Präsidenten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft...DE: Um Google Translate zu nutzen, aktivieren Sie bitte die Datenübertragung.
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