Bundesmitgliederversammlung der DKG 2026

Bundesmitgliederversammlung der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft 2026 in Berlin mit abendlichem Empfang durch Botschafter Lim in seiner Residenz

Sechzig Jahre zivilgesellschaftliche Brückenarbeit zwischen Deutschland und Korea

Am 8. Mai 2026 fand im Koreanischen Kulturzentrum in Berlin die Bundesmitgliederversammlung der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. (DKG) statt. Im Zeichen des bevorstehenden sechzigjährigen Bestehens der Gesellschaft bot die Versammlung Gelegenheit, sowohl auf die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre zurückzublicken als auch die zukünftige Ausrichtung der DKG zu diskutieren.

Gruppenbild DKG Gäste mit Gastgeber S.E. Botschafter Sang Beom Lim vor seiner Residenz in Berlin-Grunewald

Im Mittelpunkt standen neben den Berichten des Vorstands insbesondere strukturelle Weiterentwicklungen der Gesellschaft. Präsident der DKG, Botschafter a.D. Rolf Mafael betonte in seinem Bericht, dass die vergangenen zwei Jahre wesentlich von grundlegenden Reformen geprägt gewesen seien. Dazu zählten die Neufassung der Satzung, die Neuordnung des Beitragswesens sowie die Modernisierung der Außenkommunikation, insbesondere durch die neue Website. Diese Maßnahmen seien arbeitsintensiv gewesen, hätten jedoch die Grundlage dafür geschaffen, die DKG organisatorisch zu stärken und zukunftsfähig aufzustellen.

Dankesworte des DKG Präsidenten, Botschafter a.D. Rolf Mafael

Zugleich unterstrich er, dass die Tätigkeit der DKG weit über die eines klassischen Freundschaftsvereins hinausgehe. Sie versteht sich vielmehr als Plattform eines langfristig gewachsenen zivilgesellschaftlichen Engagements, das den deutsch-koreanischen Austausch in seinen unterschiedlichen Facetten – kulturell, gesellschaftlich und zunehmend auch in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexten – unterstützt.

Die Mitgliederversammlung bestätigte mit großer Mehrheit den bisherigen Vorstand, dessen Zusammensetzung die fachliche und institutionelle Breite der DKG widerspiegelt. Wegen des Ausscheidens der bisherigen Amtsinhaber wurden Juliana Baron als Vize-Präsidentin und Thomas Konhäuser als Schatzmeister neu gewählt. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Diplomatie, Recht, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zeigt sich die Gesellschaft damit weiterhin als breit aufgestelltes Netzwerk, das die Beziehungen zwischen Deutschland und Korea auf vielfältigen Ebenen fördert.

neu gewählter Bundesvorstand der DKG

Auch die Berichte der Regionalverbände verdeutlichten die dezentrale Stärke der DKG. In unterschiedlichen Regionen Deutschlands werden eigenständige Programme entwickelt – von Sprach- und Kulturprojekten bis hin zu wissenschaftlichen Veranstaltungen und Austauschformaten. Diese Aktivitäten machen deutlich, dass deutsch-koreanische Beziehungen nicht allein auf Regierungsebene entstehen, sondern in der täglichen Arbeit engagierter Akteure vor Ort getragen werden.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Weiterentwicklung des Jugendaustauschprogramms „Building Bridges“, das jungen Menschen den Zugang zu Korea ermöglicht und langfristige Verbindungen schafft. Trotz aktueller organisatorischer Herausforderungen wird das Programm weitergeführt und ausgebaut, um neue Partnerschaften in Korea zu erschließen.

Den Abschluss des Tages bildete ein Empfang in der Residenz des Botschafters der Republik Korea in Berlin-Grunewald, zu dem Botschafter Sang-Beom Lim und seine Gattin eingeladen hatten. Ein ausdrückliches Zeichen der Anerkennung für den Einsatz und die langjährige Arbeit der DKG.

Willkommensansprache des koreanischen Botschafters Sang Beom Lim

In seiner Ansprache würdigte Botschafter Lim die DKG als eine der zentralen zivilgesellschaftlichen Institutionen im deutsch-koreanischen Kontext. Er hob hervor, dass die Gesellschaft über Jahrzehnte hinweg maßgeblich zur Entwicklung und Festigung der bilateralen Beziehungen beigetragen habe. Gerade in Zeiten intensiver politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit seien solche Netzwerke unverzichtbar, da sie Vertrauen schaffen und den Austausch über institutionelle Grenzen hinaus ermöglichen.

Feierliche Begrüßung der DKG Mitglieder im Foyer der Residenz

Der Empfang bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mitgliederversammlung Gelegenheit, die zuvor diskutierten Themen in persönlicher Atmosphäre weiterzuführen. Gespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Diplomatie, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft spiegelten die Vielfalt der Beziehungen wider, die von der DKG seit sechs Jahrzehnten mitgestaltet werden.

So wurde der Tag zu einem dichten Ausdruck dessen, was die Deutsch-Koreanische Gesellschaft seit ihrer Gründung auszeichnet: die Verbindung von struktureller Arbeit im Hintergrund und lebendiger Begegnung im persönlichen Austausch.
Mit Blick auf das sechzigjährige Jubiläum zeigte sich einmal mehr, dass die DKG nicht nur auf eine lange Geschichte zurückblickt, sondern weiterhin eine aktive Rolle bei der Ausgestaltung der deutsch-koreanischen Beziehungen der Zukunft übernimmt.

Lesen Sie auch den Beitrag von Dr. Yookyung Nho-von Blumröder im Portal K-Classic News : https://www.kclassicnews.com/mobile/article.html?no=215735

Empfang des koreanischen Honorarkonsuls in München

Am 20. Mai 2026 verwandelte sich die Freiheitshalle in München für einige Stunden in einen besonderen Ort der deutsch-koreanischen Begegnung.

Thomas Elster, Honorarkonsul der Republik Korea in Bayern und langjähriges Mitglied der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft Bayern, hatte anlässlich der Verlegung des Honorarkonsulats in neue Räumlichkeiten zu einem Empfang eingeladen. Verbunden war der Abend mit der Feier des koreanischen Feiertags Seokga Tanshinil (석가탄신일), dem Geburtstag Buddhas, der in Korea zu den bedeutendsten Feiertagen des Jahres zählt.

Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem diplomatischen Korps folgten der Einladung. Botschafter der Republik Korea in Deutschland, Sang-beom Lim, war eigens aus Berlin angereist und Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, vertrat den Freistaat Bayern. Unter den Gästen befanden sich auch Vertreter verschiedener Konsulate und diplomatischer Vertretungen aus aller Welt. Dazu gehörten der koreanische Honorarkonsul für Tirol, der Generalkonsul der Schweiz, der japanische Generalkonsul sowie der stellvertretende Generalkonsul der Volksrepublik China. Hinzu kamen Repräsentanten verschiedener Verbände, Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft in München, Wirtschaftsvertreter, Kulturschaffende und Künstler.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem diplomatischen Korps beim Empfang des Honorarkonsuls Photo: Manuel Guthmann

Auch Juliana Baron, Vize-Präsidentin der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, nahm an dem Empfang teil. Von der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft Bayern waren außerdem unter anderem Moritz Winkler, Saskia Hendy, Meister Seung-Seok Ryu und Manuel Guthmann vertreten, der gleichzeitig auch als Honorary Reporter für Korea.net anwesend war.

Die Vize-Präsidentin der DKG, Juliana Baron, Manuel Guthmann, DKG-Bayern, und die Botschaftsrätin der Republik Korea, Suh Yong-joo tauschten sich an diesem Abend intensiv aus. Photo: Manuel Guthmann

Korea und Bayern seit Jahrzehnten verbunden
Seit 2017 vertritt Thomas Elster die Republik Korea als Honorarkonsul in Bayern. Der Sitz des Honorarkonsulats befindet sich in München, das seit Jahren eine wichtige Rolle für die Beziehungen zwischen Bayern und Korea spielt. Rund 5.000 Koreaner leben und studieren in Bayern. Über 900 bayerische Unternehmen pflegen Geschäftsbeziehungen mit Korea, mehr als 80 davon unterhalten dort eigene Niederlassungen.

Koreanische Kultur in der Freiheitshalle
Was den Abend von vielen klassischen diplomatischen Empfängen unterschied, war das kulturelle Programm. Den Auftakt bildete der traditionelle koreanische Mönchstanz Seungmu (승무), aufgeführt von Hye-Soon Um-Schoof, Leiterin von Korea Tradition und ehemalige langjährige Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft Bayern. Begleitet wurde der Tanz von der Beopgo-Trommel. Während der Aufführung wurde es im Saal deutlich ruhiger und viele Gäste verfolgten aufmerksam jede Bewegung.

Hye-Soon Um-Schoof führte den traditionellen koreanischen Mönchstanz, Seungmu zur Beopgo-Trommel auf. Photo: Manuel Guthmann

Anlässlich von Buddhas Geburtstag rezitierte anschließend Hyon Gak Sunim, Zen-Meister des Zen-Centers Regensburg, das Herz-Sutra auf Koreanisch, begleitet von der Moktak, einer traditionellen hölzernen Glocke. Ergänzt wurde der Abend durch koreanische Musikbeiträge des Tenors Q-Won Han, Mitglied des Chors des Bayerischen Rundfunks. Besonders bei Arirang standen viele Gäste im Saal auf und sangen gemeinsam mit.

Hyon Gak Sunim, Zen-Meister des Zen-Centers Regensburg, rezitierte anschließend das Herz-Sutra auf Koreanisch anlässlich Buddhas Geburtstag. Photo: Manuel Guthmann

Im Anschluss blieben viele Gäste noch lange beim koreanischen Buffet zusammen, das von DKG-Bayern-Mitglied Chun-Wook Park (vom Restaurant Hansik in München) zusammengestellt wurde. Von Bibimbap und Korean Fried Chicken bis zu Japchae, Kimchi und Gimbap kamen die koreanischen Spezialitäten bei den Gästen gut an. Dabei entstanden viele Gespräche über Korea, die deutsch-koreanischen Beziehungen und persönliche Erfahrungen mit dem Land.

Ausstellung „Jenseits des Horizonts“ voller Erfolg

23Am Sonntag, dem 26. April 2026  eröffneten der deutsche Künstler Hans Gunsch und der koreanische Künstler Junkyu Lim mit Unterstützung der DKG Regionalverband Baden-Württemberg gemeinsam die Ausstellung «Horizont» in der Galerie Pupille in Reutlingen. Im Mittelpunkt der Arbeit der beiden Künstler steht die kulturübergreifende Parallele der menschlichen Gefühle.

Welcher Moment ist der hinreißendste unter all den Freuden, die menschliche Beziehungen schenken? Wohl jener Augenblick, in dem man trotz aller Unterschiede plötzlich eine Gemeinsamkeit entdeckt — wenn sich zwei Gedanken unverhofft begegnen. Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft (DKG) verbindet zwei Kulturen, indem sie gegenseitige Anerkennung lebt und das bereichernde Miteinander als zentralen Wert fördert. Eben diese Gesellschaft entdeckte zufällig in der Kunstwelt denselben Gedanken.

Die DKG bereitete schwäbischen Wein, koreanische Snacks, Getränke und koreanisches Bohnenbrot vor. Das DKG-Mitglied Anastasia Satslidis übernahm die Öffentlichkeitsarbeit über verschiedene Internetplattformen, um auf die Ausstellung aufmerksam zu machen.Vanessa Witt und Selma Tukic schenkten den Gästen Wein ein und stellten ihnen die koreanischen Snacks vor.

Tisch mit koreanischem Bohnenbrot und Gebäck

Tisch mit schwäbischem Wein und Brezeln

                          

Inmitten der Veranstaltung sprach auch der Vorsitzende der DKG Baden-Württemberg, Ju-Kyung Park. Er betonte, wie sehr er sich freue, eine solche Ausstellung begleiten zu dürfen, und versprach, dass die DKG auch künftig als Brückenbauerin zwischen Deutschland und Korea ihr Bestes geben wird. Im Anschluss lud er die Gäste ein, den schwäbischen Wein, das Bohnenbrot und das koreanische Gebäck in vollen Zügen zu genießen.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des DKG-BW, Ju-Kyung Park, erläutert der Kulturwissenschaftler Florian Stegmaier die Werke.

Die Ausstellungsvorstellung von Wolfgang Stöhr und die Werkerläuterungen des Kulturwissenschaftlers Florian Stegmaier regten zu tieferem Nachdenken an. Vor allem die Präsentation der Möglichkeit, dass eine Kraft, die nur dem Menschen eigen ist, jenseits der Grenzen von Kultur, Sprache, Generation und Nationalität, wirken kann.

 

Mitglieder des DKG-BW vor einem Kunstwerk in der Ausstellung.

Kunstwerke der beiden Künstler, die beiden linken Junkyu Lim, das rechte Hans Gunsch.

In einer komplexen, pluralen und multikulturellen Zeit liegt der Weg nach vorn nicht im Nebeneinander, sondern im Miteinander. Die vagen und vielschichtigen Empfindungen jenseits des Horizonts, die Gleichheit inmitten der Verschiedenheit, die neuen Erfahrungen aus der Begegnung mit dem anderen, diese Werte könnten unsere Richtung sein.

Gruppenfoto der Mitglieder des DKG-BW und der Besucher.

Tandem im Sommer! Kleine Unterschiede in der Wiederholung

Der Regionalverband Baden-Württemberg der DKG veranstaltete am 23. Mai 2026 sein zweites Tandem-Treffen bei sommerlicher Hitze von über 30 Grad. Wie schon beim letzten Mal leiteten die DKG-Mitglieder Jonas Winter und Sylvana Freyberg die Veranstaltung.

Im Vergleich zu früheren Treffen nahmen diesmal rund 25 Personen mit verschiedensten Hintergründen teil. Besonders ins Auge fielen dabei sechs koreanische Studentinnen, die erst im April dieses Jahres als Austauschstudentinnen an der Universität Hohenheim angekommen waren. Sie nahmen auf Einladung von DKG-Mitglied Anastasia Satslidis, einer Kommilitonin von ihnen, zum ersten Mal teil. Das Tandem-Treffen bot ihnen die Möglichkeit, erste Grundlagen der deutschen Sprache zu üben und sich auf ungezwungene Weise der fremden Kultur anzunähern.

Der deutsche Teilnehmer Patrick, der ein Koreanistik-Studium an der Universität Tübingen abgeschlossen hatte, besuchte die Veranstaltung ebenfalls zum ersten Mal. Nach seinem Studium hatte er kaum noch Gelegenheit gefunden, im Alltag Koreanisch zu sprechen, bis er auf das Tandem-Treffen aufmerksam wurde. Er freue sich, durch diese Veranstaltung sein Sprachgefühl für das Koreanische weiter aufrechterhalten zu können, fügte er hinzu.

Soyoung Jang, die die DKG durch das Tandem-Treffen im vergangenen Jahr kennengelernt hatte, fiel auch diesmal durch ihre besonders aktive Teilnahme auf. Sie ist seit letztem Jahr regelmäßig dabei und zeigt großen Ehrgeiz, ihr Deutsch zu verbessern. Nach ihrem Umzug von Korea nach Deutschland kommuniziere sie im Berufsalltag fast ausschließlich auf Englisch, weshalb der Kontakt zur deutschen Kultur und zum gemeinschaftlichen Leben bisher begrenzt geblieben sei, erzählte sie. Den Wunsch nach sozialem Austausch außerhalb der Arbeit habe sie schon länger gespürt, und durch diese Veranstaltung habe sie ihn ein wenig stillen können.

Tandem-Teilnehmende im Gespräch miteinander.

Tandem-Teilnehmende nach dem Platzwechsel im Gespräch miteinander.

 

Äußerlich betrachtet war es wieder dasselbe Tandem-Treffen, und doch verwandelte es sich in etwas Besonderes. Es mag viele Gründe dafür geben, der wichtigste dürfte jedoch sein, dass in der Wiederholung ein feiner, aber deutlicher Unterschied spürbar war: Jemand übernahm die Rolle einer Brücke für Neuankömmlinge. Jemand erinnerte daran, dass dieser Ort in der Region Baden-Württemberg als gemeinnütziger Treffpunkt, an dem frei Koreanisch und Deutsch gesprochen werden kann, so gut wie einzigartig ist. Und jemand ließ spüren, dass dieses Tandem-Treffen ein offener Raum für kulturellen und sozialen Austausch ist.

Gemeinsames Erinnerungsfoto der Tandem-Teilnehmenden im Biergarten.

Nach der Veranstaltung zog die ganze Gruppe gemeinsam in einen nahegelegenen Biergarten, lachte viel bei einem kühlen Bier und tauschte sich über den Alltag aus, bevor man sich mit großer Vorfreude auf das Grillfest des Regionalverbands Baden-Württemberg im August herzlich verabschiedete.

DKG-Präsident Rolf Mafael im Interview bei KBS World German Radio

Der koreanische Rundfunksender KBS, mit seinem deutschsprachigen Programm KBS World German Radio hat anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft ein Interview mit DKG-Präsident Rolf Mafael geführt.

In der Sendung „So fern, so nah“ spricht der ehemalige deutsche Botschafter in Korea über die Entwicklung der deutsch-koreanischen Beziehungen, die Rolle der DKG in den vergangenen Jahrzehnten und die Perspektiven für die künftige Zusammenarbeit beider Länder.

Das Interview ist jederzeit auf der KBS World Radio Website abrufbar:

https://world.kbs.co.kr/service/contents_view.htm?lang=g&menu_cate=people&id=&board_seq=467931

Um das vollständige Interview anzuhören, auf der KBS-Website oben links auf den blauen Button mit dem Pfeil klicken, um den Player zu starten.

Deutscher Beitrag „DER SPRUNG – JUMP!“ von Boris Hars-Tschachotin in der KF XR Gallery Seoul

Seoul, 01.04.2026. Mit DER SPRUNG – JUMP! wird in der KF XR Gallery erstmals ein von der DKG initiiertes Gemeinschaftsprojekt in Korea gezeigt. Im Rahmen der Ausstellung Facing Faces trifft die Arbeit hier auf ein Publikum, für das Fragen von Teilung, Freiheit und Grenze bis heute unmittelbare Gegenwart sind. Gerade in Seoul entfaltet diese Installation deshalb eine besondere Intensität.

Auch die anderen Beiträge der acht ausgewählten Projekte, kuratiert von Dr. Shinyoung Park (KF XR Gallery), sind sehenswert. Die Ausstellung Facing Faces ist bis zum 31. Juli 2026 in der KF XR Gallery im Mirae Asset Building bei Euljiro-1ga zu sehen (Mo–Sa, 10–19 Uhr). Ein Ausstellungskatalog ist verfügbar, der Eintritt ist frei.

Zum Projekt und seinen Förderern :   Zum ersten Mal in Korea mit koreanischer Synchronisation präsentiert, ist DER SPRUNG – JUMP! eine VR-Installation, die von einem außergewöhnlichen Bild inspiriert ist. Am 15. August 1961, während des Baus der Berliner Mauer, sprang der ostdeutsche Grenzsoldat Conrad Schumann über den Stacheldraht nach West-Berlin. Der Fotograf Peter Leibing hielt diesen Moment fest und schuf ein Foto, das bald zu einem weltweit anerkannten Symbol für die Überwindung von Grenzen und für Freiheit wurde. Das Foto wurde später vom Time Magazine als eines der „100 einflussreichsten Bilder aller Zeiten“ ausgewählt und ist heute im UNESCO-Weltdokumentenerbe (Memory of the World Register) verzeichnet.

Das Werk versetzt die Besucher vom wiedervereinigten Berlin zurück in diesen entscheidenden Moment im Jahr 1961. Durch immersive VR-Technologie entfaltet sich das Ereignis aus drei Perspektiven: Schumann, wie er seinen Sprung in die Freiheit wagt, der Fotograf Peter Leibing, der den Augenblick festhält, und Manfred Klum, der West-Berliner Polizist, der Zeuge der Szene ist. Beim Wechsel zwischen diesen Blickwinkeln werden die Betrachter mitten ins Geschehen versetzt und mit einem zutiefst menschlichen Moment der Entscheidung und des Mutes konfrontiert. Gerade darin liegt die Kraft der Arbeit: Sie macht erfahrbar, dass ein einzelner Mensch in einem entscheidenden Augenblick die Möglichkeit hat, zu wählen, zu handeln und seinem Leben eine andere Richtung zu geben. Conrad Schumanns Sprung steht damit für einen Akt von Selbstwirksamkeit – für die Entscheidung, sich nicht einsperren zu lassen, sondern den Schritt in ein anderes System und in eine andere Zukunft zu wagen.

Gleichzeitig öffnet die Arbeit einen vielschichtigen Blick auf Wahrheit und Wahrnehmung. Dieselbe Situation erscheint hier aus drei verschiedenen Perspektiven. Dadurch wird sichtbar, dass ein einzelner Moment ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen kann, je nachdem, wer ihn erlebt, beobachtet oder festhält. Gerade in einer Zeit, in der Debatten oft verhärten und in einfachen Gegensätzen geführt werden, liegt darin eine besondere Aktualität. Genaueres zu der Installation finden Sie unter : https://www.liquid-blues-production.com/films/the-leap-1961

Einen besonderen Bezug erhält das Projekt durch die direkte Nähe des Stücks Berliner Mauer, welche im Jahr 2005 zur Erinnerung an die gemeinsame Teilungsgeschichte von der Stiftung Berliner Mauer an die Stadt Seoul übergeben wurde und am Berlin Plaza an der Ecke Cheonggyecheon-ro und Samil-daero aufgestellt ist. Die Arbeit verbindet sich in Seoul dadurch auf besondere Weise mit dem Ort selbst und mit koreanischen Erfahrungen von Grenze, Trennung und politischer Spannung.

Teilnehmer der Ausstellungseröffnung am 01.04.2026 in der KF XR Gallery Foto: Wolfram van Stephold

Im Vorfeld waren intensive Vorbereitungen notwendig, um eine Teilnahme an der Ausstellungsreihe „Facing Faces“ der Korea Foundation zu ermöglichen. Letztlich konnte das Vorhaben gelingen, weil die beteiligten Partner unter Federführung der DKG und der Liquid Blues Production sowie mit großzügiger Unterstützung von Frau Friede Springer, der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft, Prof. Hyo-Joon Kim und der Deutschen Botschaft in Seoul jeweils ihren Beitrag leisteten und so das Projekt gemeinsam ermöglichten, wie auch Ambassador Georg Schmidt in seiner Eröffnungsrede hervorhob. Die Beteiligung der Botschaft gab dem Projekt darüber hinaus zusätzlichen öffentlichen und politischen Nachdruck und unterstrich, welche Bedeutung dieser deutsch-koreanische Austausch in Seoul entfalten konnte.

Insgesamt ist das Projekt ein hervorragendes Beispiel der Kooperation mit unserer Schwestergesellschaft KDG und ein gemeinsames Projekt zum 60jährigen Jubiläum der DKG und dem 70jährigen Jubiläum der KDG. Es soll die Wahrnehmung beider Gesellschaften erhöhen und dient dem gemeinsamen Ziel der Pflege der deutsch-koreanischen Beziehung und Freundschaft. Dass DER SPRUNG – JUMP! nun in koreanischer Sprache in Seoul erlebt werden kann, macht diese Zusammenarbeit auf besondere Weise sichtbar: Die Arbeit öffnet einen Raum, in dem deutsche und koreanische Erfahrungen von Teilung, Entscheidung, Freiheit und Erinnerung einander begegnen und in einen lebendigen Dialog treten.

v.l.n.r. Prof.Dr.Hyo-Joon Kim (KDG), Georg Schmidt (Deutscher Botschafter in Seoul), Dr.Boris Hars-Tschachotin, Martin Kasperek (Deutsche Botschaft Seoul), Wolfram van Stephold (DKG) Photo courtesy: Korea Foundation (KF)

Zu den weitere Perspektiven: Der Besuch der demilitarisierten Zone und des dortigen Museums macht die Realität einer bis heute bestehenden Teilung physisch erfahrbar. Die Weite der kontrollierten Landschaft, die Präsenz der Sperranlagen und der Blick in Richtung Norden erzeugen eine beklemmende, beinahe körperlich spürbare Spannung. In Gesprächen vor Ort zeigte sich seitens des Museums ein deutliches Interesse an einer möglichen Präsentation von DER SPRUNG – JUMP!, deren Realisierbarkeit derzeit geprüft wird. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Young-Soo Kim, Project Manager der Hanns-Seidel-Stiftung, dessen großzügige Unterstützung, sorgfältige Organisation und persönliche Begleitung diesen Besuch in dieser Form überhaupt erst ermöglicht haben.

Georg Schmidt, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Korea, bei der Betrachtung Photo courtesy: Korea Foundation (KF)

Auch in Gwangju eröffnen sich neue Perspektiven für die Arbeit. In Gesprächen mit Kuratorinnen sowie der Leitung des 5·18-Demokratie-Archivs wurde deutlich, dass die Installation nicht nur als Erzählung individueller Flucht gelesen wird, sondern auch als Reflexionsraum für kollektive Erfahrungen von Widerstand, staatlicher Gewalt und demokratischem Aufbruch. Vor dem Hintergrund des Massakers von 1980 und des bis heute prägenden gesellschaftlichen Zusammenhalts gewinnt die Arbeit hier eine zusätzliche historische und emotionale Tiefe. Es bestehen konkrete Überlegungen, die VR-Installation im 5·18-Demokratie-Archivs präsentieren. Besonderer Dank gilt Frau Yujin Jung von Korea-Consult, die die Kontakte initiiert und durch ihre umsichtige Übersetzung die Gespräche ermöglicht hat.

Auch aus Busan liegen erste ernsthafte Anfragen vor, die das landesweite Interesse an einer Weiterführung des Projekts unterstreichen.

Text: Dr. Boris Hars-Tschachotin, Wolfram van Stephold

Teilnehmer der Ausstellungseröffnung am 01.04.2026 in der KF XR Gallery Foto: Wolfram van Stephold

 

Einladung der DKG Baden-Württemberg: Gemeinsame Ausstellung „Horizont“ in Reutlingen

Der DKG Regionalverband Baden-Württemberg lädt ein zur gemeinsamen Ausstellung „Horizont“ von zwei Künstlern aus Korea und Deutschland in Reutlingen.

Junkyu Lim (Südkorea, 36 Jahre) und Hans Gunsch (Deutschland, 69 Jahre) – zwei Generationen, zwei Kulturen, zwei Sprachen – das verbindende ist die Malerei. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen universelle menschliche Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Mitgefühl aber auch Sehnsucht, Einsamkeit und Beziehung, die über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg verstanden werden können. Die Ausstellung untersucht, wie diese Emotionen malerisch visualisiert werden und welchen Stellenwert dabei der Horizont sowie die menschliche Figur einnehmen.

Die Ausstellung bietet einen interkulturellen Dialog zwischen Südkorea und Deutschland und fordert dazu auf, über die grundlegenden menschlichen Erfahrungen nachzudenken, die uns trotz aller Unterschiede verbinden. Sie zeigt, wie die Kunst als universelle Sprache tiefgreifend wirken kann.

26. April bis 17. Mai 2026
Produzentengalerie Pupille e.V.
Peter-Rosegger-Str.97
72762 Reutlingen

Wo Worte sich begegnen Tandem Stuttgart

Am Samstag, dem 14. März 2026, um 16 Uhr startete das Tandem-Event unter der Leitung der DKG-Mitgliedern Jonas Winter und Sylvana Freyberg.

Sylvana Freyberg und Jonas Winter, Leitung des Tandem-Events.

Insgesamt fanden sich 15 Teilnehmer zusammen, darunter Koreaner und Deutsche im Alter von etwa 20 bis 60 Jahren. Die Teilnehmer saßen in Vierergruppen an ihren Tischen und begannen, miteinander zu reden, die Deutschen auf Koreanisch, die Koreaner auf Deutsch.

Am Anfang war die Atmosphäre noch etwas steif, doch durch lockere Begrüßungen und kleine Witze taute die Stimmung schnell auf. Stockte das Gespräch oder kam ein holpriger Satz heraus, half der Tandem-Partner geduldig weiter, korrigierte freundlich oder erklärte noch einmal von vorne. In den stillen Momenten griffen die Teilnehmenden zu Snacks und Getränken, und wer mit einem Partner genug geredet hatte, wechselte einfach zur nächsten Gruppe.

▲ Die Teilnehmenden treffen ein – kurz vor Beginn des Tandem-Events.
© DKG-BW Organisationsteam, Foto 1: Ju Kyung Park 2026.

Einer der koreanischen Teilnehmer sagte:

„Deutsch ist schwer. Im Alltag fällt es mir nicht leicht, natürlich zu reden. Aber hier versteht man mich, auch wenn ich Fehler mache, und das macht es viel angenehmer.“

Eine deutsche Muttersprachlerin erzählte: „Ich habe Koreanisch bisher nur über koreanische Dramen gelernt. Orte, wo man direkt mit Koreanern sprechen kann, gibt es wenig. Umso mehr freue ich mich über dieses Event.“

Ein anderer Teilnehmer bereitete sich gerade auf ein Austauschsemester in Korea vor und fand es spannend, schon in Deutschland Koreaner treffen zu können, um die Sprache zu üben und aus erster Hand vom Alltag in Korea zu erfahren.

Jeweils vier Teilnehmende an einem Tisch – das Tandem-Event in vollem Gange.

Bei all diesen Begegnungen zeigte sich, dass das Lernen einer Sprache über Vokabeln und Grammatik hinausgeht. Es ist ein Prozess, eine Kultur kennenzulernen und neue Beziehungen zu knüpfen. Manches lässt sich eben nur in einer echten Begegnung spüren, nicht online.

Byong-Hak Kim, Sorin, Miriam im Gespräch

Nach dem offiziellen Ende blieben einige sitzen und redeten weiter. Danach brach ein Großteil der Teilnehmenden zum gemeinsamen Abendessen auf. Die Gespräche waren nicht perfekt, aber vielleicht steckte genau deshalb etwas besonders Ehrliches darin. „Bis zum Tandem im Mai“ so klang der Abschied.

Neues Land, alte Tradition Seollal-Feier der DKG in Stuttgart

Traditionell ist das koreanische Neujahrsfest Seollal ein bedeutsamer Tag in der koreanischen Kultur, an dem man seinen Vorfahren Respekt erweist und das neue Jahr im Kreis der Familie feiert. Es ist außerdem eine Zeit, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken, neue Vorsätze zu fassen und einen Neubeginn zu wagen.

Ju Kyung Park, Vorsitzender der DKG-BW, bei seiner Begrüßungsrede vor dem Konzert

Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft (DKG) organisierte am 27. Februar 2026 um 18:30 Uhr in Stuttgart eine Seollal-Feier. An der Veranstaltung nahmen etwa 40 Personen unterschiedlichen Alters und verschiedener Nationalitäten teil, darunter Koreaner, Deutsche sowie Gäste aus anderen Ländern. Die Feier begann mit einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden der DKG-BW, Ju Kyung Park, und das Vorstandsteam. Darauf folgte das Musikprogramm der Jazzband Laonmori, die die Teilnehmenden mit ihren Liedern bestens unterhielt und eine festliche, stimmungsvolle Atmosphäre schuf.

Die Jazzband Laonmori bei ihrem Auftritt.

Ju Kyung Park, Vorsitzender der DKG-BW, bei seiner Begrüßungsrede vor dem Konzert

Im Anschluss bereiteten die Teilnehmenden gemeinsam Tteokguk zu, eine koreanische Suppe, die traditionell am Neujahrsfest serviert wird, und genossen anschließend ein Abendessen mit weiteren koreanischen und anderen Speisen. Danach konnten die Gäste traditionelle koreanische Spiele wie Gonggi ausprobieren.

Eine Schüssel frisch zubereitetes und gemeinsam gekochtes Tteokguk

Einige koreanische Teilnehmer freuten sich, das Neujahrsfest in der Ferne feiern zu können, auch wenn sie ihre Familien und Verwandten nicht persönlich treffen konnten.

Für die deutschen Gäste bot sich die Gelegenheit, das traditionelle koreanische Neujahrsfest aus nächster Nähe kennenzulernen. Für alle entstand ein besonderer Moment, um dem gewohnten Alltag zu entfliehen und neue Eindrücke zu sammeln.

Jinah Lee, Ju Kyung Park und Vanessa Witt stellen den Gästen Tteokguk vor.

Zwischen Vertrautem und Neuem, zwischen Deutschland und Korea – trotz kultureller Unterschiede zeigte sich, wie wertvoll Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt sind. Möge der kleine Funke, der bei dieser Begegnung entzündet wurde, sich als Same des Miteinanders weiter entfalten.

Gonggi-Wettkampf unter der Leitung von Selma Tu- kic und Ju Kyung Park.

In diesem Sinne hoffen wir für das Jahr 2026 auf weitere gelungene Veranstaltungen der DKG-BW, die Begegnungen zwischen beiden Kulturen ermöglichen und zu einem tieferen Verständnis füreinander beitragen – geprägt von Faszination und gegenseitiger Anerkennung.

Seollal im RV Nordrhein-Westfalen in Bonn

새해      많이   받으  세요–   Im Neuen Jahr viel Glück bekommen
Unter diesem Motto stand das Treffen der Seniorengruppe des Regional-verband NRW am 17.Februar, dem Seollal-Tag 2026.

Seollal wird in Gesamt-Korea als der Neujahrestag nach dem Mondkalender bezeichnet. 설날 – 설   das Jahr und  날der Tag / also Neujahrestag. Durch sprachliche Assimilation wird daraus „Seollal“.

Zur Vermittlung der koreanischen Sitten und Gebräuche rund um das in Korea  über mehrere Tage andauernde Fest gab es zunächst eine Einführung vom  Vorsitzenden Reiner Schöler. Die Verehrung der Ahnen, Respekt vor den Älteren und natürlich besonderen Speisen wie Tteokguk, die berühmte Neujahressuppe, stehen dabei im Vordergrund und sollen im neuen Jahr Glück und Reichtum  bringen.

Ein Blick auf die Besonderheiten des beginnenden Jahres des Feuerpferds eröffnete, dass ein turbulentes Jahr mit Höhen und Tiefen ansteht, welches aber durchaus gute Chancen für aktive, risikoaffine Menschen bereithalten kann. Die Konstellation des Pferdejahres mit dem Element Feuer tritt nur alle 60 Jahre auf, also zuletzt 1966, im Jahr der DKG-Gründung. Auch der Verein der Koreanischen Krankenschwestern wurde in diesem Jahr ins Leben gerufen.

Dies gab Anlass zu einer kleinen Vorschau auf das geplante Jubiläumsfest am 20. Juni 2026 im LVR-Museum Bonn. Ohne bereits Details zum geplanten Programm zu verraten, war doch eine gewisse Vorfreude im Saal deutlich zu erkennen. Das kleine, aber feine Fingerfood-Buffet, liebevoll zubereitet von einigen Mitgliedern, rundete den gelungenen Nachmittag im Gemeindesaal der Don-Bosco Gemeinde Bonn ab.

Fotos: Yookyung Nho-von Blumröder
Bericht: Reiner Schöler, Wolfram van Stephold, DKG NRW