Sommerfest des RV Saarland: Forschen, Grillen, Chillen, nette Gespräche

Am 21. Juni 2025 fand unser traditionelles Grillfest, in Kooperation mit dem Verein der Koreaner im Saarland (자알란트 한인회), statt. Der Tag stand im Zeichen von Wissenschaft, Kulinarik und Gemeinschaft – eine gelungene Mischung, die Groß und Klein begeisterte.

Der Vormittag begann für unsere jugendlichen Gäste mit spannenden Experimenten im Schülerlabor des Schülerforschungs- und -technikzentrums (SFTZ). Unter der fachkundigen Anleitung von Prof. Rolf Hempelmann, Leiter des SFTZ und 1. Vorsitzenden der DKG RV Saarland, konnten die Teilnehmenden naturwissenschaftliche Phänomene hautnah erleben und selbst forschen.

Währenddessen liefen draußen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Erwachsenen stellten Tische, Bänke und Pavillons auf, kümmerten sich um den Grill und bereiteten das reichhaltige deutsch-koreanische Buffet vor.

Kulinarisch bot das Fest ein echtes Highlight: Saarländische Schwenker trafen auf Bulgogi und Tteokbokki, dazu eine bunte Auswahl an koreanischen Banchan und frischen Salaten. Diese besondere Fusion sorgte nicht nur für volle Teller, sondern auch für angeregte Gespräche und viele begeisterte Gesichter.

Eine Auswahl an frischem Obst und selbstgebackenem Kuchen bildeten den perfekten Nachtisch.

Bei schönem Wetter, gutem Essen und herzlicher Atmosphäre wurde bis in den Nachmittag hinein gemeinsam gegessen, gelacht und geplaudert. Es war ein Fest, das wieder einmal gezeigt hat, wie bereichernd interkultureller Austausch und gemeinschaftliches Engagement sein können.

Ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die mit ihrer Zeit, ihrem Einsatz und ihren Köstlichkeiten zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben!

Korea-Woche an der Universität des Saarlandes

Korea-Woche an der Universität des Saarlandes vom 02.06.-07.06.2026
Kulturelles Highlight mit einem Hauch von Korea!

Vom 2. bis 7. Juni 2026 war die Universität des Saarlandes der perfekte Ort für einen kulturellen Ausflug nach Südkorea – zumindest, was die Korea-Woche betrifft! Organisiert von der koreanischen Studierendengruppe „Saarhanda“ und unterstützt u. a. vom DKG-Regionalverband Saarland, gab es eine Woche voller Spaß, Essen, Vorträgen und natürlich jeder Menge koreanischer Kultur.

Die Woche begann mit der Eröffnungszeremonie im KIST Europe Korea Institute of Science and Technology Europe. Grußworte von Herrn Uwe Conradt, Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken, sowie dem Leiter der Außenstelle Bonn der Botschaft der Republik Korea, Min Jaehoon betonten die Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Musikalische Darbietungen rundeten die Zeremonie ab und versetzten die Besucher in eine feierliche Stimmung.

Direkt im Anschluss an die Eröffnung folgte das deutsch-koreanische BBQ, bei dem die Gäste in gemütlicher Atmosphäre typische koreanische Spezialitäten genießen konnten. Ein besonderer Dank geht an die Frauen des Vereins der Koreaner im Saarland, die ein leckeres Buffet mit traditionellen Gerichten vorbereitet haben – ein wahrer Genuss!

Am 2. Tag der Korea-Woche wurde der preisgekrönte Film „A Taxi Driver“ im Audimax gezeigt – eine emotionale Darstellung von historischen Ereignissen in Südkorea.

Der 04. Juni 2026 stand dann ganz im Zeichen koreanischer Kulinarik: In der Mensa der Universität wurde nach einem originalen Rezept Galbijjim (koreanisches Rindfleischgericht) zubereitet. Auch wenn die Zubereitung eine kleine Anpassung erfahren hat, war das Gericht ein voller Erfolg und fand großen Anklang. Im Eingangsbereich der Mensa gab es zudem einen Infostand mit Fotos aus Südkorea, sowie zahlreichen Informationen zu Land und Kultur. Natürlich durfte auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Koreanische Spiele sorgten für jede Menge Lacher und Unterhaltung.

Ein weiterer Höhepunkt bildete der Vortrag von Prof. Dr. Yonggi Kim, Professor an der Chungbuk National University im Bereich Astronomie und Raumfahrt. In seinem Vortrag vermittelte er spannende Einblicke zum Thema „Wer bin ich?“.

Am 6. Juni war dann der große Länderabend angesagt! In der Aula wurde Südkorea auf unterhaltsame Weise vorgestellt. Die Moderatorin Myeongju führte kurzweilig durch den Abend und informierte die Gäste umfassend. Anschließend hatten die Besucher die Möglichkeit, sich in koreanische traditionelle Kleidung – dem Hanbok – zu kleiden und sich in der Fotoecke ablichten zu lassen. Auch konnten Fächer individuell gestaltet werden. Der Abend bot zudem eine hervorragende Gelegenheit, koreanische Kultur, Musik und natürlich leckeres Essen zu genießen.

Der Sprachwettbewerb – und ein würdiger Abschluss

Am letzten Tag, dem 07. Juni, stand der „Korean Language Speaking Contest“ im Sprachenzentrum an. Zehn Teilnehmerinnen traten an und hielten ihre Vorträge auf Koreanisch – wirklich beeindruckend! Die Themen waren vielfältig, aber eines hatten alle gemeinsam: Sie bezogen sich auf Südkorea, und alle haben richtig tolle Arbeit abgeliefert.

Zum Abschluss möchten wir ein riesiges Dankeschön an die koreanische Studierendengruppe „Saarhanda“ und besonders an Lee, Myeongju und ihr Team richten. Ihr habt diese Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht!

감사합니

Korea-Schnuppertag in Berlin des Institut für Koreastudien der FU Berlin

Am Pfingstdienstag, dem 10. Juni 2025, lud das Institut für Koreastudien der Freien Universität Berlin zum Korea-Schnuppertag ein. Über 20 Jugendliche beteiligten sich begeistert am Koreanisch-Schnupperkurs, bewunderten traditionelle Kleidung und moderne Kunst und genossen typische Snacks aus Korea.
Initiator der Veranstaltung war Hilko Paschke, DKG-Vorstandsmitglied für Jugendaustausch – als Vorbereitung auf die kommende Jugendbegegnungen.

Das engagierte Team des Instituts bot liebevoll gestaltete Einblicke in Sprache, Kultur, Kulinarik und Alltagsleben Koreas. Ein besonderer Höhepunkt war das persönliche Gespräch mit Frau Dr. Lee Eun-Jeung, der Leiterin des Instituts.

Herzlichen Dank an Frau Dr. Lee und ihr Team für diesen inspirierenden Tag – die Vorfreude auf Korea ist bei den Jugendlichen noch weiter gewachsen.

 

Verleihung Mirok Li-Preis der DKG an die Übersetzerin Dr. Hyang-Ki Lee

Am 17. Mai 2025 würdigte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft die Arbeit der Übersetzerin Dr. Lee Ki-Hyang mit der Verleihung des diesjährigen Mirok Li-Preises im Kloster St. Ottilien in der Nähe von München.

Botschafter Lim, Preisträgerin Dr. Lee, DKG-Präsident Mafael

Vor etwa 90 Gästen leitete nach Grußworten des Erzabtes des Klosters, Wolfgang Öxler, und des Botschafters der Republik Korea, Sang-Beom Lim, die Literaturwissenschaftlerin und Mirok Li-Preisträgerin Dr. Sylvia Bräsel mit einem Vortrag zur Kunst des Übersetzens über zur eigentlichen Preisverleihung durch den Präsidenten der DKG, Botschafter aD Rolf Mafael. Das Programm wurde eingerahmt von hervorragenden musikalischen Darbietungen koreanischer Künstler.

„Übersetzen bedeutet für mich, die Werke solcher schreibenden Menschen anderen Menschen zugänglich zu machen, die in ihnen verborgene koreanische Kultur und Gefühlswelt in eine andere Sprache zu übertragen und sie dem Leser nahe zu bringen. Ich bin jemand, der genau das tut, ein Kulturvermittler. Ein Homo Transmun.“

Mit diesen Worten entgegnete unsere Mirok Li-Preisträgerin 2025, Dr. Lee Ki-Hyang, auf ihre Auszeichnung.

Preisträgerin Dr. Ki-Hyang Lee

Ein übersetzender Mensch für einen schreibenden Menschen, so sieht sich unsere Preisträgerin. Dr. Lee übersetzt seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten koreanische Bücher ins Deutsche. Sie machte uns, dem deutschsprachigen Publikum, die Werke der Literatur-Nobelpreisträgerin 2024 Han Kang vertraut. Zudem publiziert Dr. Lee mit ihrem Märchenwaldverlag koreanische Kinderbücher für die deutschsprachige Leserschaft und unterrichtet koreanische Sprache an den Münchner Universitäten LMU und TUM.

Am 17. Mai 2025 würdigte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft die Arbeit der Übersetzerin Dr. Lee Ki-Hyang mit der Verleihung des Mirok Li-Preises in St. Ottilien in der Nähe von München. Das Kloster der Missions-Benediktiner ist seit weit mehr als einem Jahrhundert eng verbunden mit der deutsch-koreanischen Geschichte, auch durch die frühere Mission der Benediktiner im heutigen Osten Nordkoreas.

Erzabt Wolfgang Öxler

Seit 1999 verleiht die DKG im jährlichen Wechsel mit ihrer koreanischen Partnergesellschaft in Korea den Mirok Li-Preis in Erinnerung an Mirok Li, den Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen die japanische Besetzung Koreas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mirok Li floh aus dem besetzten Korea nach Deutschland, lehrte in München und lebte im Vorort Gräfelfing. Auf dem Friedhof dort und nahe des S-Bahnhofs erinnern Gedenkstätten an Mirok Li, nur etwa 30 Kilometer entfernt von St. Ottilien.

Die Preisverleihung an Dr. Lee am 17. Mai vor rund 90 Gästen spannte auch den Bogen zu drei früheren Mirok Li-Preisträgern. Im historischen Rittersaal von St. Ottilien ehrte die DKG 2017 Erzabt Notker Wolf, der 2024 verstarb. Prof. Albrecht Huwe, Preisträger 2002, führte in die begleitende Ausstellung zum Mirok Li-Nachfolger an der Münchner Universität, Andre Eckardt, ein, ebenso wie Dr. Sylvia Bräsel, Preisträgerin 2009.

Nach der Eröffnung durch Frank Hollmann, Vorsitzender des Regionalverbandes Bayern, und Thomas Elster, Honorarkonsul in Bayern, hielten Erzabt Wolfgang Öxler, gleichzeitig großzügiger Gastgeber dieses koreanischen Kulturtages in St. Ottilien, und der Botschafter der Republik Korea, Seine Exzellenz Sang-beom Lim, ihre Grußworte. Er war extra für diesen Tag aus Berlin angereist.

„Wenn Mirok Li der Erste war, der koreanische Kultur durch Literatur nach Deutschland brachte, dann ist es Lee Ki-Hyang, die dieses Erbe fortsetzt und erweitert“, so Botschafter Lim.

Botschafter Seine Exzellenz Sang-beom Lim

Mit ihrem Vortrag „Über-setzen, Begegnungen an Wortgrenzen“ führte Frau Dr. Bräsel hin zur eigentlichen Preisverleihung. Ein literarisches Werk soll sicher und möglichst ohne inhaltlichen, kulturellen und historischen Verlust vom Ufer der Ausgangssprache an das Ufer der Zielsprache übergesetzt werden, so Dr. Bräsel.

Dr. Sylvia Bräsel

Der Präsident der DKG, Botschafter aD Rolf Mafael, würdigte in seiner Laudatio die Leistung der Preisträgerin.

„Sie, sehr geehrte Frau Dr. Lee, haben in den letzten 20 Jahren durch ihre vielfältigen Übersetzungen moderner koreanischer Literatur einem breiteren deutschen Publikum den Zugang zu dieser Literatur und dem Denken ihres Heimatlandes ermöglicht und damit einen herausragenden Beitrag zur kulturellen Verständigung zwischen Deutschland und Korea geleistet. In diesem Sinne sind Sie wahrhaft zu einer kulturellen Botschafterin Ihres Heimatlandes im deutschen Sprachraum geworden.“

Bundesvorsitzender Rolf Mafael bei seiner Laudatio im Rittersaal

Zur Vollendung brachte die Preisverleihung ein herausragendes musikalisches Begleitprogramm von Park Jinseon, Nho-von Blumröder Yookhyung, Song Seonhye, Nam Kibeom und Chung Tackyoung.

Das abschließend gemeinsam gespielte und gesungene Arirang bildete den emotionalen Höhepunkt und Abschluss der Mirok Li-Preisverleihung und des deutsch-koreanischen Kulturtages in St. Ottilien.

Bericht: Frank Hollmann, Vorsitzender des Regionalverbandes Bayern

Fotos: Juliana Baron, stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbandes Bayern, Thomas Konhäuser, Regionalverband Berlin-Brandenburg

20 Jahre in Korea – Erinnerungen an Andre Eckhardt

„20 Jahre in Korea – Erinnerungen an den Missionar, Brücken-bauer und Gründer der Deutschen Koreaforschung Andre Eckardt“

Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft e.V. (DKG) eröffnet am 17. Mai 2025 zusammen mit der Erzabtei St. Ottilien in Eresing eine Ausstellung zur Erinnerung an die Benediktiner-mission in Korea und den Missionar Andre Eckardt

Die Erzabtei St. Ottilien hat über die ab 1909 entsandten Missionare eine besondere Beziehung zu Korea. Viele weitere Missionare folgten im Laufe der nächsten Jahre, einige kehrten in Folge von Flucht, Vertreibung und Kerkerhaft im Koreakrieg nie zurück. Die Geschichte der Benediktinermission St. Ottilien ist im Missionsmuseum St. Ottilien aufgearbeitet und auch in verschiedenen Büchern (u.a. Johannes Maar, Aufgehobene Häuser Teil I-III, EOS-Verlag 2009, Norbert Weber, Im Land der Morgenstille, München 1915 und Andre Eckardt, Wie ich Korea erlebte, Frankfurt 1950) beschrieben.

Ergänzt wird die lange Geschichte der Koreamission St. Ottilien nun durch eine Ausstellung der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. Auf 23 Tafeln mit Fotos und zweisprachigen Erläuterungen wird vor dem Hintergrund der Missionsgeschichte in Seoul und später im Norden Koreas das Wirken von Pater Andreas Eckardt thematisiert, der sich neben der Missionsarbeit intensiv mit Sprache, Landeskunde, Kunstgeschichte, Architektur, Literatur, Poesie und Märchen, Musik und Botanik Koreas beschäftigte und so zum Begründer der Koreanistik in Deutschland wurde. Obwohl Eckardt nie mehr nach Korea zurückkehrte, hat ihn die Liebe zu Land und Leuten bis zu seinem Lebensende intensiv begleitet. Seine Erlebnisse, Eindrücke und Studien hat er in einer Vielzahl von Büchern, Zeitschriften­beiträgen und Vorträgen festgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch nicht zugänglich ist der private Nachlass, der bis heute in Bonn verwahrt wird und nun für die Öffentlichkeit in seinen bedeutenden Teilen erschlossen werden soll.

Planung, Erstellung und Einrichtung der Ausstellung lagen bei Wolfram van Stephold, Projektleiter der DKG in Nordrhein-Westfalen und Mentor im Jugendnetzwerk Deutschland und Korea und Hyejin Byun, MA, Kunstgeschichte und Provenienzforschung als Assistenzkuratorin. Beide moderierten auch die Ausstellungseröffnung. Mit fachlichem Rat stand ihnen Professor Albrecht Huwe, Verwalter des Nachlasses, zur Seite. In seiner Begrüßung hob Pater Dr. Cyrill Schäfer OSB die Bedeutung der Benediktinermission und deren Geschichte, aber auch die gute Zusammenarbeit mit dem Projektteam der DKG hervor. Der Präsident der DKG, Rolf Mafael, bedankte sich für diese einzigartige Kooperation und die Gelegenheit, Mitglieder und Gäste in der Erzabtei St. Ottilien, also am Ausgangsort der langen Reise von Pater Andreas Eckardt begrüßen zu dürfen.

In seinem Fachbeitrag zeigte Prof. Dr. You-Jae Lee, Professor und Geschäftsführender Direktor am Asien-Orient Institut, Abteilung für Koreanistik der Universität Tübingen Hintergründe der Missionsarbeit in Korea auf, die zum Verständnis der weiteren Entwicklung wesentlich sind. Stets dem benediktinischen Grundsatz „Ora et labora“ folgend war das tägliche Leben der ausländischen Missionare in Korea zum Ende der Joseon-Zeit durch die vorgefundenen gesellschaftlichen Strukturen aber auch die  japanische Besetzung und den späteren Korea-Krieg stark erschwert.

Frau Dr. Sylvia Bräsel, Dozentin i.R., Bereich Neuere Deutsche Literaturwissenschaften Universität Erfurt, ging  am Beispiel des Buches von Andreas Eckardt, Unter dem Odongbaum, Eisenach 1951, auf die grenzüberschreitende Wirkung koreanischer Märchen und Fabeln zwischen Regionalität und Interkulturalität ein. Sie erläuterte eingehend Geschichte und Voraussetzungen für die Entstehung der  Märchensammlungen Eckardts und ihre spezifischen Merkmale, die sie in der deutsch-koreanischen Kulturbeziehung so einzigartig erscheinen lassen.

Prof. Dr. Albrecht Huwe, Schüler von Prof. Eckardt, Herausgeber der Reihe „Korea erzählt“ im EOS-Verlag St. Ottilien und Verwalter des Nachlasses von Eckardt, zeigte in einem bewegenden Beitrag den Stand der Nachlassforschung anhand von sorgsam ausgewählten Beispielen aus dem Nachlass auf. Die Sammlung besteht aus den Publikationen Eckardts, also Monografien, Zeitschriftenartikeln, ferner z.T. noch unveröffentlichten Typoskripten, Gemälden, dem musikalischen Oeuvre, Fotos, persönlichen Skizzen und Notizen, Möbeln und vielem mehr. Sie wird seit dem Tod der Ehefrau Eckardts von ihm sachgerecht aufbewahrt und soll nun weiter erforscht und in ihren bedeutenden Teilen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Anschließend konnten die ca. 60 anwesenden Gäste, darunter der Botschafter der Republik Korea Sang Beom Lim, Honorarkonsul der Republik Korea in München Thomas Elster und die Vorsitzenden der DKG-Regionalverbände Frank Hollmann (Bayern), Jukyung Park (Baden-Würtemberg), Prof. Rolf Hempelmann (Saarland) und Reiner Schöler (NRW), einem Ausschnitt aus einem Radiobeitrag aus dem Jahr 1968 lauschen. Im Originalton erzählt Andre Eckardt darin, wie er zu seiner Liebe zu Korea und zu seinen intensiven Studien der koreanischen Kultur kam. Nach einem Filmausschnitt des Films „Auf dem Missionsfelde“ von Norbert Weber konnten sich die Gäste im Ausstellungsraum umsehen und von Tanja Holthausen, Stellv. Leiterin im Missionsmuseum, weitere Informationen und Hintergründe zur Koreamission der Erzabtei St. Ottilien erfahren.

„Eine sehr informative und anregende Veranstaltung mit vielen neuen und bislang wenig bekannten Details zum Leben und Wirken von Pater Andreas Eckardt. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie früh und wie tief das Interesse an Korea in Deutschland verwurzelt war, und welche Rolle einzelne Persönlichkeiten dabei gespielt haben. Sie kann gerade auch jungen Menschen einen Zugang zur koreanischen Kultur eröffnen und den Blick für die historischen Verbindungen zwischen Deutschland und Korea schärfen“, so Manuel Guthmann, Honorary Reporter von Korea.net, dem offiziellen Informationsportal des koreanischen Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus, der ebenfalls anwesend war.

Seollal in Frankfurt – Ein Abend zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur

Am Mittwoch, den 26. Februar 2025, fand in den Räumlichkeiten der Evangelischen Akademie Frankfurt der Neujahrsempfang Seollal des Regionalverbands Hessen Rheinland-Pfalz der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Generalkonsulat der Republik Korea organisiert.

Dieser besondere Abend stand ganz im Zeichen der deutsch-koreanischen Freundschaft. Unter dem Titel Wirtschaftliches Wachstum als Pfeiler der Demokratie kamen zahlreiche Entscheidungsträger, Vertreter und Gäste aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die gemeinsamen Herausforderungen und Chancen beider Länder zu diskutieren und zugleich das koreanische Neujahrsfest Seollal in einem festlichen Rahmen zu feiern.

Nach der Begrüßung durch Patrick Walz, Leiter des Länderbüros Hessen Rheinland-Pfalz der Friedrich-Naumann-Stiftung, Simone Dorothee Kehler Funk, Vorsitzende des DKG Regionalverband Hessen Rheinland-Pfalz, und Soonwoo Cha, Konsul der Republik Korea, folgten Grußworte von Rolf Mafael, Botschafter a.D. und Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, sowie Dr. Byong-Hak Kim, Leiter des Peaceful Unification Advisory Council Frankfurt.

Rolf Mafael Botschafter a.D. Präsident der DKG

Soonwoo Cha Konsul der Republik Korea

Simone Kehler Funk Vorsitzende des DKG Hessen Rheinland-Pfalz

Im Zentrum des Abends stand die Podiumsdiskussion zum Thema des Abends mit einer hochkarätig besetzten Expertenrunde, moderiert von Tim Jung Bin Hanstein. Diese beleuchtete die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen beider Länder in einer sich wandelnden Weltordnung.

Unter den Podiumsdiskutierenden waren:

Dr. Eric J. Ballbach
Stiftung Wissenschaft und Politik

Dr. Thorsten Lieb
Mitglied des Deutschen Bundestages FDP

Dr. Michael Grund
Vorstandsmitglied der Deutsch-Koreanischen Wirtschaftsvereinigung

Kyung-Sook Kohl
Unternehmerin und Autorin

Abgerundet wurde der Abend durch ein gemeinsames Get-together mit traditionellen koreanischen Spezialitäten, das Raum für persönlichen Austausch und neue Verbindungen bot, ganz im Sinne des Seollal-Fests, das Familie, Tradition und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt.

Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft dankt allen Partnern, insbesondere dem Generalkonsulat der Republik Korea und der Friedrich-Naumann-Stiftung, sowie Gästen für diesen gelungenen Abend. Solche Begegnungen sind ein wertvoller Beitrag zur Vertiefung des deutsch-koreanischen Verständnisses politisch, wirtschaftlich und kulturell.

Erster digitaler Lunch Talk des RV Berlin-Brandenburg

Am 8. April hat der erste digitale DKG Lunch Talk mit Frau Dr. Andrea Schneider, Sozialreferentin an der Deutschen Botschaft in Seoul, stattgefunden. Themen waren der rasante Wandel in der koreanischen Gesellschaft und die aktuellen Entwicklungen rund um das Amtsenthebungsverfahren des nunmehr ehemaligen Präsidenten Yoon.

Frau Schneider hat uns einen sehr spannenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen der koreanischen Gesellschaft gegeben – angefangen bei der historisch niedrigen Geburtenrate, dem hohen Leistungsdruck im Bildungswesen, den niedrigen Renten und den sich daraus ergebenen Herausforderungen für den Arbeitsmarkt. So schrumpfe die Bevölkerung Südkoreas kontinuierlich. Die Geburtenrate liege seit 2018 unter 1 und gleichzeitig altere die Bevölkerung weltweit mit am schnellsten, so dass Südkorea demographisch gesehen die nationale Notlage ausgerufen hat. Gerade die jungen Menschen haben es schwer Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Das hänge auch mit dem sehr hohen Leistungsdruck im koreanischen Bildungswesen zusammen, der dann den Druck darauf, einen „besonderen“ Job aufzunehmen, erhöhe. Aufgrund der niedrigen Renten sei noch jede*r Vierte über 70 berufstätig. Dies nun alles zusammenzubringen, sei eine große Aufgabe, der sich die koreanische Gesellschaft – sicherlich mit Erfolg – stellen werde.

Nachdem nun auch das Bundesverfassungsgericht das Amtsenthebungsverfahren des ehemaligen Präsidenten Yoon bestätigt hat, finden am 3. Juni 2025 Neuwahlen statt.

Das Format ist insgesamt gut angekommen, was sich auch an der lebhaften Diskussion zeigte. Vielen Dank an alle, die so rege daran teilgenommen haben und vor allem herzlichen Dank an unsere Referentin, Frau Dr. Andrea Schneider. Es wird definitiv eine Fortsetzung des „Lunch Talks“ geben.

Vorstellung der Anthologie koreanischer Science-Fiction Erzählungen

Die Sterne leuchten am Erdenhimmel

Am 20. März 2025 veranstalteten der Regionalverband Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea eine Podiumsdiskussion zu der 2024 erschienenen Anthologie koreanischer Science-Fiction Erzählungen Die Sterne leuchten am Erdenhimmel. Die Veranstaltung fand in Anwesenheit des Botschafters Sang-beom Lim, des Präsidenten der DKG Botschafter a.D. Rolf Mafael und des Gesandten-Botschaftsrats Sangkeun Yang in dem sehr schön gestalteten Konzertraum des Koreanischen Kulturzentrums in Berlin statt.

Botschafter Sang-beom Lim, Hardy Kettlitz, Sylvana Freyberg, Barbara Sternagel v.r.n.l.
Foto Koreanisches Kulturzentrum

Die Mit-Herausgeberin Sylvana Freyberg und der Verleger des Memoranda Verlags Hardy Kettlitz stellten das Buch vor, die Moderation übernahm Barbara Sternagel. Die Anthologie beinhaltet sieben Erzählungen von überwiegend in den 80iger Jahren geborenen Autorinnen und Autoren. Sylvana Freyberg und Hardy Kettlitz berichteten zunächst von der Science-Fiction Literaturszene in Korea und von ihrer Auswahl der Geschichten sowie deren Übersetzungen.

Die in der Anthologie zusammengestellten Erzählungen, unter anderem von Bora Chung und Djuna, sind vom Inhalt sowie von der Erzählweise und Stimmung her ganz unterschiedlich, und diese Vielseitigkeit war Sylvana Freyberg und Hardy Kettlitz bei der Auswahl auch wichtig. Gemeinsam sind allen Erzählungen ihre außergewöhnlichen Pointen am Ende.

Es ist bemerkenswert, dass nicht die Entwicklung und die Möglichkeiten neuer Technologien im Vordergrund stehen. Vielmehr wird die Technik der Zukunft, ausgestaltet je nach Fantasie der Autorinnen und des Autors, als selbstverständlich vorausgesetzt und als Medium eingesetzt, um die ganz gegenwärtigen Probleme und Bedürfnisse der Menschen zu spiegeln.

Sehr beeindruckend waren auch die beiden Lesungen von Hardy Kettlitz, der dank seines prägnanten Vortragsstils das Publikum in seinen Bann ziehen und einen guten ersten Einblick in die Welt dieser Geschichten vermitteln konnte.

Sylvana Freyberg und Hardy Kettlitz haben erfolgreich die Neugier des Publikums geweckt. Es waren sich alle einig, dass das Genre der koreanischen Science-Fiction Erzählungen wachsende Bekanntheit verdient. Der Abend hat einen Beitrag dazu geleistet.

Allen Teilnehmenden ein großes Dankeschön und ganz besonders dem Koreanischen Kulturzentrum für die engagierte Unterstützung, ohne die der Abend nicht hätte stattfinden können.

Text Barbara Sternagel

Jahresrückblick 2024 RV Berlin/Brandenburg

23. Februar 2024 Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands, toller Trommel-Vorführung und koreanischem Buffet
Gewählt wurden:
VorsitzendeHenriette Wunderlich
stellv. VorsitzenderRolf Mafael, Botschafter a.D.
SchriftführerinDoris Hertrampf, Botschafterin a.D.
VorstandsmitgliedThomas Rieke
VorstandsmitgliedThomas Konhäuser
VorstandsmitgliedSunkyoung Jung
VorstandsmitgliedOk-Hi Yun

15. März 2024 Besuch der Ausstellung DMZ – DIE LETZTE GRENZE DES KALTEN KRIEGES und Vorführung des Films JSC Joint Security Area im Alliiertenmuseum Berlin, mit anschließendem koreanischen Buffet
17. April Stammtisch und Lesekreise zum dem Buch “Menschenwerk” von Han Kang
Der erste Stammtisch in 2024 fand im Restaurant “Hodori” statt und wurde erstmals gemeinsam mit dem Lesekreis verknüpft. Dieses Mal haben auch besonders viele Externe an dem Stammtisch teilgenommen.
5. Mai Besuch der Ausstellung „Let’s talk about Mountains“ im Deutschen Hygienemuseum in Dresden und anschließendem Gespräch mit dem Dresdener Bürgermeister Jan Pratzka. Herr Pratzka ist für den Geschäftsbereich Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit zuständig, so dass wir uns intensiv über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Dresden und Südkorea austauschen konnten.
20. Juni spannender Vortrag im Auswärtigen Amt zum Thema „Deutschlands Beziehungen zu Südkorea und zu Nordkorea, und seine Politik gegenüber der Indo-Pazifischen Region insgesamt“ mit Peter Löffelhardt, Leiter des Referats Ostasien/Pazifik im Auswärtigen Amt, zuständig für Japan, Südkorea, Nordkorea, Mongolei, Australien, Neuseeland und die pazifischen Inselstaaten
12. Juli Abend über koreanische Kunst bei Familie Bernhardt, mit leckerem koreanischen Buffet
Gezeigt wurde eine Sammlung koreanischer Kunst, die von Keramik, über Rollbilder bis hin zu Möbeln und Fotos reichte.
22. Juli Stammtisch im Restaurant Hodori
Gutes Essen und gute Gespräche mit Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern
31. August Sommerparty im Isang-Yun-Haus
mit tollem koreanischen Buffet, das von allen Teilnehmenden bestückt wurde und guten Gesprächen
18. Oktober Stammtisch im Restaurant PUM
Gutes Essen und gute Gespräche mit Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern
6. November 2024 Vernissage der Ausstellung “Bilder ohne Titel – Tusche auf koreanischem Maulbeerbaumpapier” Malerei von Prof. Dr. Werner Sasse

Neben zahlreichen Gästen konnten wir den Botschafter der Republik Korea in Deutschland, S.E. Lim Sang-beom, Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär Dr. Sebastian Putz, sowie die Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger zur Ausstellungseröffnung begrüßen. Abgerundet wurde die Vernissage mit einem koreanischen Buffet.
13. November exklusive Führung durch eine Ausstellung mit Fotografien des koreanischen Künstlers Han Chungshik beim Kunstverein am Rosa Luxemburg Platz in Berlin
zusätzlich: Teilnahme an Bundesvorstandssitzungen, -aktivitäten; Mentor*innen beim Netzwerk Junge Generation Deutschland Korea, Mitgliederverwaltung, sowie weitere Aktivitäten und Veranstaltungen von Vorstandsmitgliedern, wie z.B. Friedenskonzerte und Kimchi-Workshops

„100 Ideen von Glück“ Ausstellung in Dresden

Erlesene Kunstschätze vermitteln einen Eindruck der reichen Kulturgeschichte Koreas und ihrer künstlerischen Traditionen, zu sehen ab 15. März bis zum 10. August in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Nach der viel beachteten Ausstellung „Die alten Königreiche“ 1999 in der Villa Hügel in Essen bietet sich nun gut 25 Jahre später eine weitere Gelegenheit, erlesene Kunstschätze aus Korea in Deutschland zu bewundern.

In den barocken Paraderäumen August des Starken im  Dresdner Residenzschlosses und im Neuen Grünen Gewölbe ist ein Kontrast der Kulturen zu sehen, der einstimmen soll auf  Fragen nach Glück, einem erfüllten Leben und ewigem Frieden. Diese sind sowohl im asiatischen als auch europäischen Kulturraum von großer Bedeutung.   

Als Gegenbesuch der Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen im Nationalmuseum von Korea im Jahr 2014 und in Folge diverser Austauschprojekte seit 2016 finden nun erlesen ausgesuchte Exponate ihren Weg nach Deutschland.

Darunter eine der nur fünf erhaltenen wertvollen Königskronen der Silla-Kultur (57 v.Chr. bis 935 n.Chr.) kunstvoll in antiker Goldschmiedekunst mit reichlich Jadeanhängen verziert. Direkt am Eingang der Ausstellung sind ästhetisch anmutende Hanbok-Gewänder zu sehen, die in Korea bis heute zu besonderen Anlässen getragen werden und Modedesignern immer wieder als Vorlage und Inspiration dienen.

Grabfunde aus der Goryeo-Dynastie (918-1392 n.Chr.), aufwendig gestaltete Dachziegel und Tempelplatten, ein Sutra-Buch in Goldschrift aus der Zeit der Tripitaka-Schriften des Buddhismus und jadegrüne Seladongefäße sind in verschiedenen Bereichen ausgestellt. In einem weiteren Raum finden sich sog. „Moon-Jars“, Porzellankeramik der koreanischen Joseon-Dynastie (1392-1910) aus dem späten 17. Jahrhundert und Buncheong-Keramiken, die durch ihre Schlichtheit beeindrucken. Als Exportware der japanischen Kolonialzeit Koreas prägten sie die moderne Keramikkultur weltweit.

Der Dialog der Kulturen im Dresdner Residenzschloss kommt bereits zur Eröffnung der Ausstellung (14. März 2025 im kleinen Innenhof) zum Ausdruck. Neben einer Begrüßung und Grußworten von Herrn Dr. Marius Winzeler (Staatliche Kunstsammlungen Dresden), Herrn Kim Jaehong (Nationalmuseum von Korea) und Herrn Dr. Christoph Hollenders (Honorarkonsul der Republik Korea in Sachsen) führen die Kuratorinnen Dr. Claudia Brink und Sojin Baik in die sehenswerte Ausstellung ein. Das besonders einfühlsame Grußwort unseres DKG Mitgliedes Dr. Hollenders füge ich dieser Einführung als Anlage bei.

„100 Ideen von Glück“ ist noch bis zum 10.August 2025 in den Paraderäumen des Residenzschlosses Dresden und im neuen Grünen Gewölbe (Eingänge Sophienstraße und Schloßstraße, Öffnungszeiten 10-17 Uhr, Dienstag geschlossen) zu sehen. Ein Buch zur Ausstellung ist verfügbar und kann über den Buchhandel und vor Ort erworben werden.

Bericht und Fotos:

Wolfram van Stephold
dkg.nrw@gmail.com