Verleihung Mirok Li-Preis der DKG an die Übersetzerin Dr. Hyang-Ki Lee

Am 17. Mai 2025 würdigte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft die Arbeit der Übersetzerin Dr. Lee Ki-Hyang mit der Verleihung des diesjährigen Mirok Li-Preises im Kloster St. Ottilien in der Nähe von München.

Botschafter Lim, Preisträgerin Dr. Lee, DKG-Präsident Mafael

Vor etwa 90 Gästen leitete nach Grußworten des Erzabtes des Klosters, Wolfgang Öxler, und des Botschafters der Republik Korea, Sang-Beom Lim, die Literaturwissenschaftlerin und Mirok Li-Preisträgerin Dr. Sylvia Bräsel mit einem Vortrag zur Kunst des Übersetzens über zur eigentlichen Preisverleihung durch den Präsidenten der DKG, Botschafter aD Rolf Mafael. Das Programm wurde eingerahmt von hervorragenden musikalischen Darbietungen koreanischer Künstler.

„Übersetzen bedeutet für mich, die Werke solcher schreibenden Menschen anderen Menschen zugänglich zu machen, die in ihnen verborgene koreanische Kultur und Gefühlswelt in eine andere Sprache zu übertragen und sie dem Leser nahe zu bringen. Ich bin jemand, der genau das tut, ein Kulturvermittler. Ein Homo Transmun.“

Mit diesen Worten entgegnete unsere Mirok Li-Preisträgerin 2025, Dr. Lee Ki-Hyang, auf ihre Auszeichnung.

Preisträgerin Dr. Ki-Hyang Lee

Ein übersetzender Mensch für einen schreibenden Menschen, so sieht sich unsere Preisträgerin. Dr. Lee übersetzt seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten koreanische Bücher ins Deutsche. Sie machte uns, dem deutschsprachigen Publikum, die Werke der Literatur-Nobelpreisträgerin 2024 Han Kang vertraut. Zudem publiziert Dr. Lee mit ihrem Märchenwaldverlag koreanische Kinderbücher für die deutschsprachige Leserschaft und unterrichtet koreanische Sprache an den Münchner Universitäten LMU und TUM.

Am 17. Mai 2025 würdigte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft die Arbeit der Übersetzerin Dr. Lee Ki-Hyang mit der Verleihung des Mirok Li-Preises in St. Ottilien in der Nähe von München. Das Kloster der Missions-Benediktiner ist seit weit mehr als einem Jahrhundert eng verbunden mit der deutsch-koreanischen Geschichte, auch durch die frühere Mission der Benediktiner im heutigen Osten Nordkoreas.

Erzabt Wolfgang Öxler

Seit 1999 verleiht die DKG im jährlichen Wechsel mit ihrer koreanischen Partnergesellschaft in Korea den Mirok Li-Preis in Erinnerung an Mirok Li, den Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen die japanische Besetzung Koreas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mirok Li floh aus dem besetzten Korea nach Deutschland, lehrte in München und lebte im Vorort Gräfelfing. Auf dem Friedhof dort und nahe des S-Bahnhofs erinnern Gedenkstätten an Mirok Li, nur etwa 30 Kilometer entfernt von St. Ottilien.

Die Preisverleihung an Dr. Lee am 17. Mai vor rund 90 Gästen spannte auch den Bogen zu drei früheren Mirok Li-Preisträgern. Im historischen Rittersaal von St. Ottilien ehrte die DKG 2017 Erzabt Notker Wolf, der 2024 verstarb. Prof. Albrecht Huwe, Preisträger 2002, führte in die begleitende Ausstellung zum Mirok Li-Nachfolger an der Münchner Universität, Andre Eckardt, ein, ebenso wie Dr. Sylvia Bräsel, Preisträgerin 2009.

Nach der Eröffnung durch Frank Hollmann, Vorsitzender des Regionalverbandes Bayern, und Thomas Elster, Honorarkonsul in Bayern, hielten Erzabt Wolfgang Öxler, gleichzeitig großzügiger Gastgeber dieses koreanischen Kulturtages in St. Ottilien, und der Botschafter der Republik Korea, Seine Exzellenz Sang-beom Lim, ihre Grußworte. Er war extra für diesen Tag aus Berlin angereist.

„Wenn Mirok Li der Erste war, der koreanische Kultur durch Literatur nach Deutschland brachte, dann ist es Lee Ki-Hyang, die dieses Erbe fortsetzt und erweitert“, so Botschafter Lim.

Botschafter Seine Exzellenz Sang-beom Lim

Mit ihrem Vortrag „Über-setzen, Begegnungen an Wortgrenzen“ führte Frau Dr. Bräsel hin zur eigentlichen Preisverleihung. Ein literarisches Werk soll sicher und möglichst ohne inhaltlichen, kulturellen und historischen Verlust vom Ufer der Ausgangssprache an das Ufer der Zielsprache übergesetzt werden, so Dr. Bräsel.

Dr. Sylvia Bräsel

Der Präsident der DKG, Botschafter aD Rolf Mafael, würdigte in seiner Laudatio die Leistung der Preisträgerin.

„Sie, sehr geehrte Frau Dr. Lee, haben in den letzten 20 Jahren durch ihre vielfältigen Übersetzungen moderner koreanischer Literatur einem breiteren deutschen Publikum den Zugang zu dieser Literatur und dem Denken ihres Heimatlandes ermöglicht und damit einen herausragenden Beitrag zur kulturellen Verständigung zwischen Deutschland und Korea geleistet. In diesem Sinne sind Sie wahrhaft zu einer kulturellen Botschafterin Ihres Heimatlandes im deutschen Sprachraum geworden.“

Bundesvorsitzender Rolf Mafael bei seiner Laudatio im Rittersaal

Zur Vollendung brachte die Preisverleihung ein herausragendes musikalisches Begleitprogramm von Park Jinseon, Nho-von Blumröder Yookhyung, Song Seonhye, Nam Kibeom und Chung Tackyoung.

Das abschließend gemeinsam gespielte und gesungene Arirang bildete den emotionalen Höhepunkt und Abschluss der Mirok Li-Preisverleihung und des deutsch-koreanischen Kulturtages in St. Ottilien.

Bericht: Frank Hollmann, Vorsitzender des Regionalverbandes Bayern

Fotos: Juliana Baron, stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbandes Bayern, Thomas Konhäuser, Regionalverband Berlin-Brandenburg

Rundschreiben des Präsidenten zum Jahresanfang 2025

Liebe Mitglieder der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, liebe Freunde Koreas in Deutschland!

Zu Beginn des neuen Jahres 2025 freue ich mich, Ihnen etwas mehr als 6 Monate nach Übernahme des Präsidentenamtes der DKG einen Überblick über die Arbeit der DKG in den letzten Monaten und bevorstehende Projekte geben zu können.

Aus den Projekten der Regionalverbände ergibt sich ein sehr buntes Bild der Tätigkeit der DKG mit Veranstaltungen im kulturellen, gesellschaftlichen wie politischen Bereich und einem Reigen geselliger Aktivitäten.

Vlnr:Sternagel, Mafael, Dr. Löffelhardt, Wunderlich Foto: H.Wunderlich

Für den RV Berlin-Brandenburg begann dies im Juni mit einem Vortrag des damaligen Leiters des Referats für Ostasien ohne China im Auswärtigen Amt, Dr. Löffelhardt, über Deutschlands Beziehungen zu Korea und zu Nordkorea und seine Politik gegenüber der Indopazifischen Region insgesamt.

Dem folgten ein kleines Sommerfest im Isang Yun-Haus in Berlin-Kladow und im November die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern des bekannten deutschen Koreanisten Prof. Werner Sasse an der Hochschule Magdeburg. An dieser nahmen neben dem koreanischen Botschafter Lim und der Präsidentin der Hochschule Prof. Schwartz eine ganze Reihe politischer Persönlichkeiten teil, so Landtagspräsident Dr. Schellenberger. Die Ausstellung ist auch ein Neubeginn der Aktivitäten der DKG in Sachsen-Anhalt, der besonders von dem in Magdeburg lebenden Vorstandsmitglied des RV Berlin-Brandenburg, H. Rieke, gefördert wird.

Fotos: Matthias Piekacz | www.dressedinblack.de

Da ich gerade bei Neubeginn bin, ich freue mich besonders, dass der neugegründete RV Hessen Rheinland-Pfalz in den letzten Monaten mit einer Reihe von Veranstaltungen sehr aktiv seine Tätigkeit aufgenommen hat. Angesichts der hohen Präsenz koreanischer Unternehmen und der Zahl koreanischer Bürger im Rhein-Main Gebiet könnte von dem neuen Regionalverband ein Impuls für die Arbeit und Orientierung der DKG insgesamt ausgehen. Dem ganzen erstaunlich jungen Vorstand des Regionalverbandes und insbesondere seiner Vorsitzenden Fr. Kehler-Funk gilt der Dank der DKG-Familie für ihr Engagement.

Neben einem Online-Vortrag von Prof. Kim von der Korea Universität zur Rolle der koreanischen Schrift Hangeul lud der Regionalverband Mitte Oktober zu einem ersten Kamingespräch in den Räumen der KAS mit dem Vizepräsidenten des Mainzer Landtags, Lammert, zum Thema deutsch-koreanische Freundschaft ein und veranstaltete zusammen mit dem Generalkonsulat Frankfurt und dem PUAC eine Filmvorführung in Worms.

Zugleich ermöglichte der RV NRW im Geiste freundschaftlicher Zusammenarbeit eine Staffelübergabe für die Rhein-Main Region durch gemeinsames Auftreten bei der großen Veranstaltung des Nationalen Kulturforums der Koreaner in Frankfurt zu Wurzeln koreanischer Kultur und Identität.

Wie immer hatte unser mit Abstand mitgliederstärkster RV NRW auch im letzten halben Jahr ein breit gefächertes Programm anzubieten. Dazu gehörten die Beteiligung an dem von der Außenstelle Bonn der koreanischen Botschaft veranstalteten vierten Freiheitsforum zur Frage der Menschenrechte in Nordkorea, eine Führung durch die japanischen Gärten in der Bonner Rheinaue, Kimchi Workshops oder ein Spaziergang durch Bonn anlässlich 75 Jahre Grundgesetz. Auch das Programm des Jahres 2025 wird in Bonn beginnen mit dem Neujahrsempfang des RV Anfang Februar mit einem besonderen Kulturprogramm.

Ein besonders erfolgreiches Projekt führt schon seit einiger Zeit der RV Baden-Württemberg durch, der mit H. Park Ju Kyung seit diesem Jahr einen neuen Vorsitzenden hat. Dazu gehören regelmäßige Sprach-Tandem-Tische, in denen Personen, die am Erlernen der koreanischen Sprache interessiert sind, ihre Kenntnisse im direkten Sprachaustausch verbessern können. Auch ein Grillfest in Stuttgart fand im Juni großen Anklang.

Der RV Bayern traf sich zu einem koreanischen Abendessen in München. H. Hollmann als Vorsitzender nahm zugleich als Vertreter des DKG Vorstandes auch in Gräfelfing an der Zeremonie zur Umbettung von Mirok Li teil, dessen Leichnam ähnlich wie vor einiger Zeit der von Isang Yun nach Korea gebracht wurde.

Fotoa: F.Hollmann

Den krönenden Abschluss des DKG Jahresprogramms 2024 setzte der RV Saar mit dem Themenmonat Korea im Saarland. Diese gemeinsam mit der VHS Saarbrücken und dem Verein der Koreaner im Saarland organisierte und im November durchgeführte Reihe mit mehr als 15 Einzelveranstaltungen setzte Maßstäbe für das, was bei starken Partnern auch für eine kleine Organisation wie die DKG möglich sein kann. Die Eröffnungsveranstaltung am 2. November, bei der ich selbst erstmals einen Vortrag über die deutsch-koreanischen Beziehungen halten durfte, war ein kulturelles und sportliches Feuerwerk. Eine Taekwondo Gruppe aus Seoul, ein K-Pop Trio aus Frankfurt und mehrere hundert Gäste brachten den Festsaal und den Saarbrücker Oberbürgermeister in Stimmung.

Ein ganz besonderes Jahr war 2024 für unsere Aktivisten von Building Bridges. Erstmals hat das Team zwei Schüleraustauschprogramme durchgeführt, zum einen den seit langem laufenden Austausch mit der Lighthouse International School aus Ilsan, zum anderen erstmals auch einen Austausch mit der Doeksoo Highschool aus Seoul. An diesem zweiten Austausch waren doppelt so viele Schüler beteiligt wie an dem bisherigen Programm, also jetzt 18 Schüler aus Korea und 18 aus Deutschland, deren Programm von Building Bridges organisiert und betreut wurde. Dies war eine enorme Leistung des Teams, für das ich sicher in unser aller Namen meinen großen Dank aussprechen darf.

Berichte der Teilnehmer und viele Fotos hierzu finden Sie unter
https://buildingbridgesblog.wordpress.com/

Inzwischen scheint das Interesse am Schüleraustausch auch auf koreanischer Seite gewachsen zu sein und es gibt Bestrebungen, einen breiteren regulären Austausch zu etablieren. Dafür werden dann auch deutsche Partnerschulen gesucht. Nach derzeitigem Stand hoffen wir, dass der Pädagogische Austauschdienst im Frühjahr eine Ausschreibung für einen Austausch veröffentlicht. Bei einem solchen direkten Austausch zwischen den Schulen wäre die Rolle der DKG und ihrer Mitglieder vor allem, potentiell interessierte Schulen dafür zu gewinnen.

Der Bundesvorstand der DKG hat seit meiner Amtsübernahme drei Vorstandssitzungen per Videokonferenz durchgeführt, die Fragen der Projektfinanzierung, der für die Jahre 2021 bis 2023 abzugebenden Steuererklärungen, der Umstellung der Verwaltung auf digitale Basis und damit verbunden auch des weiteren Vorgehens bei offenen Mitgliedsbeiträgen sowie der Vorbereitung der für Mitte März 2025 geplanten Klausurtagung behandelt haben.

Bei dieser Tagung sollen vor allem die weitere Ausrichtung der DKG, die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren der deutsch-koreanischen Beziehungen und die Vorbereitung des für 2026 anstehenden Jubiläums 60 Jahre DKG behandelt werden.

Als Präsident durfte ich selbst die DKG beim diesjährigen Deutsch-Koreanischen Forum in Dresden Anfang September vertreten. Dort zeigte der Vorsitzende des Forums, Staatsminister Dulig, deutliches Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit mit der DKG. Gleiches gilt auch für das Netzwerk Junge Generation Deutschland Korea, dessen Teilnehmer neben den Teilnehmern von Building Bridges prädestiniert für eine Mitarbeit auch in der DKG sind.

Als besonders erfreulich erweist sich die Zusammenarbeit mit der koreanischen Botschaft und dem koreanischen Kulturzentrum. Botschafter Lim Sang Beom zeigt sich sehr offen für die Arbeit der DKG. Er hat den Vorstand schon kurz nach seiner Amtsübernahme zu einem Essen in seine Residenz eingeladen und ist auch der Einladung zur Teilnahme an der Eröffnung der Sasse Ausstellung in Magdeburg gefolgt. Die Jahresversammlung der DKG durften wir einmal mehr im Koreanischen Kulturzentrum Berlin abhalten, das zu seinem 30 jährigen Jubiläum in diesem Jahr ein ganz besonderes Programm bot.

Abendessen des koreanischen Botschafters Lim Sang Beom ( 2.von links) für die Mitglieder des Vorstandes der DKG in seiner Residenz ;Foto: Ok-Hi Yun

Liebe Mitglieder, liebe Freunde Koreas, lassen Sie mich zum Abschluss noch etwas über die DKG hinausblicken.

Korea, das Land, für das wir uns alle interessieren, macht derzeit schwierige Zeiten durch, politisch aber auch gesellschaftlich. Die Ausrufung des Ausnahmezustandes durch den bisherigen Präsidenten Yoon und das tragische Flugzeugunglück Ende Dezember haben schwierige und traurige Schlusspunkte gesetzt in einem Jahr, das mit dem glänzenden Abschneiden seiner Sportler bei den Olympischen Spielen in Paris und der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an die Schriftstellerin Han Kang durchaus auch positiv in Erinnerung bleiben könnte. Jetzt bleibt zu hoffen, dass es der politischen Klasse des Landes gelingt, die Staats- und Verfassungskrise so zu lösen, dass die junge Demokratie des Landes gestärkt daraus hervorgeht und dass das Land in den kommenden Jahren von weiteren großen Unglücksfällen verschont bleibt.

Ihnen allen darf ich auch im Namen des Vorstandes der DKG alles Gute für das Jahr 2025 wünschen. Wir würden uns über Ihre aktive Mitarbeit und Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen sehr freuen. Die Programmarbeit liegt zwar bei den Regionalverbänden, jedoch sollten Sie Website und die Mailadresse des Generalsekretariats info@korea-dkg.de gerade mit Blick auf unsere Klausurtagung auch gerne als Adressaten für Ihre Ideen, Anregungen oder Reiseberichte nutzen, die wir auch auf der Website veröffentlichen könnten.

Ihr

Rolf Mafael
Botschafter aD
Präsident der DKG